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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Dümmste Art der Verteilung in der Landwirtschaft

20.05.2019

Munderloh Der Zukunft der Landwirtschaft hängt maßgeblich von der bevorstehenden Europawahl am Sonntag, 26. Mai, ab. 350 bis 370 Milliarden Euro werden allein in diesem Bereich in der neuen EU-Parlamentsperiode unter den Mitgliedsstaaten umverteilt. Darauf hat Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, auf einer Diskussionsrunde in Munderloh hingewiesen.

Der 2009 ins EU-Parlament gewählte Politiker kommt aus der Praxis. Er ist gelernter Agrartechniker und bewirtschaftet seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Hessen seit 1988 nach Bioland-Richtlinien. Häusling diskutierte auf Einladung der Hatter und Huder Grünen im Gasthof „Zur Mühle“ mit Ingo Wachtendorf, Renke Dählmann, beide aus dem Vorstand des Landvolkvereins Hude, Ottmar Ilchmann Milchbauer aus Ostfriesland und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sowie Eike Frahm, seit 2017 einer der Pächter der Hofgemeinschaft Grummersort. Ihre Themen:

Welche Förderpolitik
ist gerecht
?

„Die dümmste Art der Verteilung“ nennt Häusling die derzeit praktizierten Direktzahlungen an Landwirte (285 Euro/Hektar, ohne Bewertung der Flächen). Er wirbt dafür, z. B. den Verzicht auf Pestizide oder eine Extensivierung der Bewirtschaftung stärker als Maßstab für Prämienzahlung zu nehmen.

Keine Gegenrede von Wachtendorf und Dählmann. Die Prämien würden eh nur von Verpächtern und anderen Geschäftspartnern eingepreist. „Wenige Cent mehr pro Liter Milch – und wir könnten auf Direktzahlungen verzichten“, so Wachtendorf. Milchbauer Ilchmann hält auch einen Verzicht aufs Prämiensystem möglich, „wenn die Preise stimmen“. Er schlägt vor, die Direktzahlungen mehr von der ökologischen Qualität der Bewirtschaftung abhängig zu machen. Frahm erinnerte daran, dass die Öko-Prämie in Deutschland Ländersache sei. Kein Wunder, dass 50 Prozent der Biomilch aus Bayern käme, wenn es in Niedersachsen bis vor drei keine größere Biomolkerei gegeben habe.

Wie steht es um ein schärferes Düngerecht?

Häusling plädiert dafür, die Tierhaltung wieder von Flächengrößen abhängig zu machen. Ziel müsse es sein, Tierbestände zu reduzieren und Verursacher der zu hohen Nitratbelastung der Böden in Haftung zu nehmen. Dählmann ernte keinen Widerspruch auf die Aussage, das Problem habe sich mit den Biogasanlagen exponentiell verschärft. Ilchmann schlägt vor, Anreize für Erweiterungen der Zuchtbetriebe abzubauen, das Kriterium des Tierwohls sei dafür ein „guter Hebel“, außerdem finanzielle Anreize für das Umwandeln von Ackerflächen in Grünland zu schaffen. Einen „extremen Flächendruck“ durch Biogasanlagen sehen Wachtendorf und Dählmann als Treiber des Problems.

Wie gefährlich ist
Glyphosat
?

Keiner der Diskutanten glaubt an eine Entwarnung. Allein schon wegen der Gefahr für die Biodiversität müsse man weg vom „chemischen Pflügen“, so Häusling. Der „Systemwechsel im Ackerbau“ müsse aber bezahlbar bleiben, mahnt Ilchmann. Als „Notfallmittel“ gegen die Quecke wäre Glyphosat aber weiter wünschenswert, ist er sich mit Wachtendorf einig.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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