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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Noch kein grünes Licht für gelbe Tonnen

05.11.2015

Landkreis Für viele Menschen im Landkreis sind sie ein Dauerärgernis – die gelben Säcke. Bei Wind fliegen sie durch die Straßen, die dünnen Folien reißen schon beim Einstecken in den heimischen Mülleimer oder werden später am Straßenrand von Tieren aufgerissen. Und wer Bekannte in Oldenburg hat, der blickt gern mal neidisch auf die dort ausgelieferten gelben Tonnen.

Grund genug für die Politik, das Thema auf die Tagesordnung im Umweltausschuss zu setzen. Mit CDU, FDP und UWG haben gleich drei Fraktionen Handlungsbedarf erkannt. Die Anträge unterscheiden sich zum Teil nur leicht.

Am weitesten geht der Antrag der CDU. Sie will die Bürger – wie in Oldenburg – entscheiden lassen, ob man den gelben Sack oder die Tonne verwenden will. Hintergrund: Manch einer könnte möglicherweise aus Platzgründen auf die zusätzliche Tonne verzichten wollen.

Die SPD-Fraktion im Landkreis Oldenburg plädiert in der Debatte hingegen dafür, die Entwicklung zu beobachten, aber das bisherige System beizubehalten. Da auch Änderungen bundesweit bei der Wertstoffabfuhr möglich seien, wolle man das Thema lieber dem neuen Kreistag überlassen, der in gut einem Jahr gewählt wird. Gleichwohl sei die Kritik an den leicht reißbaren und herumfliegenden Säcken nachvollziehbar.

Hintergrund der SPD-Ablehnung sind offenbar große Bedenken der Kreis-Verwaltung gegen die Müll-Innovation. In einer fünfseitigen Stellungnahme erläutert die Kreisverwaltung, warum ihrer Meinung nach eine Tonneneinfuhr problematisch und teuer wäre. Und angeblich könne es auch keine Sammlung von Sack und Tonne geben.

Fakt ist: Bis 2017 läuft der aktuelle Ausschreibungszeitraum. Vorher Änderungen vorzunehmen wäre wohl rechtlich problematisch. Doch auch für die Zeit danach sieht man Probleme.

Angeblich würde sich die Zahl der „Fehlwürfe“ um fast 14 Prozent erhöhen, meint die Verwaltung – bleibt aber den Beweis schuldig. Und neben Restmüll mit dem grünen Punkt würden schon jetzt zahlreiche Folien und Verpackungen in den Säcken landen, für deren Abfuhr das Duale System gar nicht zuständig sei. Außerdem, so der Landkreis, müssten 55 000 Tonnen angeschafft werden.

300 000 Euro pro Jahr würde die Einführung der Tonnen kosten, so die Experten aus dem Kreishaus. Nicht mitgerechnet die Kosten für eine „massive Aufklärungsarbeit“.

Ob sich der Ausschuss als erstes politisches Gremium von den Bedenken beeindrucken lässt, wird man am kommenden Dienstag sehen. Ab 17 Uhr tagt öffentlich der Umweltausschuss im Kreishaus, Delmenhorster Straße 6.

Jasper Rittner
Redaktionsleitung
Redaktion Westerstede/Oldenburg
Tel:
04488 9988 2601

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