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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Problem-Wolf streift durch Kreis

03.03.2015

Wildeshausen /Landkreis Immer mehr Menschen im Landkreis Oldenburg begegnen dem Wolf: Nachdem er am Sonntagabend in der Wohnsiedlung Harpstedter Straße/Ochsenbergweg in Wildeshausen gesichtet worden war (NWZ  berichtete), stand er am Montagmorgen dem Ehepaar Voigt im Waldstück „Tüdick“ bei Wardenburg gegenüber.

Benno (75) und Brigitte (74) Voigt aus Oldenburg waren mit ihrem Cocker Spaniel Pepe spazieren, als das Raubtier aus dem Wald kam und sich aufbaute. „Erst als unser Hund anfing zu bellen, trollte der Wolf langsam davon“, berichtete Benno Voigt.

Nach anfänglichen Zweifeln bestätigte Carsten Sauerwein, Wolfsberater des Landkreises Oldenburg, am Montag, zu dem Tier in Wildeshausen: „Es ist eindeutig ein Wolf“. Umfassendes Bildmaterial sowie Spuren würden das bestätigen. Ob es in beiden Fällen derselbe Wolf ist, vermochte Sauerwein am Montag nicht mit letzter Sicherheit zu sagen. Ausgeschlossen sei es jedoch nicht.

Er bewerte die Situation als sehr kritisch, auch wenn der Wolf sich bislang nicht aggressiv verhalte. Doch schon die Tatsache, dass er mitten durch die Siedlung laufe und keine Scheu vor Menschen zeige, sei auffallend, so der Wolfsberater. „Ein Gefährdungspotenzial ist da.“

Diese Einschätzung teilt offenbar das niedersächsische Umweltministerium: Es hat die Genehmigung erteilt, dass das Tier von Fachleuten mit Gummigeschossen vergrämt, betäubt oder im Extremfall auch getötet werden darf.

Auch Kreissprecher Oliver Galeotti ordnet das Auftreten des Wolfs im Wohngebiet als „atypisches Verhalten“ ein. Die Untere Naturschutzbehörde arbeite in Abstimmung mit dem Land unter Hochdruck daran, welche Schritte die richtigen seien. „Wir haben ein großes Interesse daran, das aufzuklären und dass die Bürgerinnen und Bürger Ruhe bewahren“, so der Sprecher. Die Anwohner sollten wachsam sein, aber nicht in Panik verfallen. Der Wolf sei nach Europarecht ein schützenswertes Tier. „Die Situation ist für uns alle neu.“

Verschiedene Anrufer hätten den Wolf am Montagmorgen bereits im Raum Großenkneten gesichtet, so Carsten Sauerwein. Er fordere alle Menschen auf, dem Wolf nicht nachzustellen oder zu versuchen, das beste Foto zu schießen. „Grundsätzlich sollte man sich langsam im Rückwärtsgang zurückziehen und – falls der Wolf einem folgt – laut schreien oder rufen, um ihn einzuschüchtern“, empfiehlt er. Eine Erklärung, warum der Wolf in Siedlungen und dem Menschen so nah kommt, habe er noch nicht, so der Wolfsbeauftragte. „Vielleicht bringt er den Menschen mit einem positiven Erlebnis in Verbindung und hat sich an ihn gewöhnt. Diese Habituierung ist kritisch.“

Ellen Kranz
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2051
Lars Laue
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2059

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