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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Räder reparieren und Kontakte knüpfen

09.06.2016

Ganderkesee „Das läuft hier wie geschmiert“, freut sich Fritz-Werner Bergmann. Derweil dreht Qahtan Saleh am Vorderrad eines Fahrrads und prüft das Licht. Der 37-jährige Qahtan ist einer von 13 Flüchtlingen, die sich in einem Haus an der Lindenstraße in Ganderkesee um eine besondere Garage kümmern: eine Werkstatt für Flüchtlinge. Im Mittelpunkt stehe nicht nur die Reparatur, sondern das Miteinander.

Wer spenden

möchte oder sich anderweitig in der Flüchtlingshilfe engagieren will, meldet sich bei der Gemeindeverwaltung unter Telefon   04222/44-500 oder auch per E-Mail unter fluechtlingshilfe@ganderkesee.de.

Sandra Baba, Flüchtlingsberaterin der Diakonie Delmenhorst/Oldenburg-Land, hatte die Idee zu dem Projekt. „Viele Flüchtlinge suchen eine Beschäftigung“, sagt sie. Zudem fehle es oft an Werkzeug, um Geräte reparieren zu können. In der Bürgerstiftung und dem Arbeitskreis Flüchtlinge fand Baba schnell Verbündete. Die beiden ehrenamtlichen Helfer Fritz-Werner Bergmann und Harry Meyfeld richteten innerhalb von drei Monaten die Werkstatt ein.

Zudem kamen mehr als 1000 Euro an Spenden zusammen, berichtet Bergmann bei der offiziellen Einweihung der Werkstatt am Mittwoch. Schüler der Grundschule Heide sammelten 170 Euro; damit wurde unter anderem ein Montageständer gekauft. Rosi Boekhoff aus Schierbrok stiftete die Werkbank ihres Vaters. Diverse Geräte wurden angeschafft, darunter eine Heckenschere und ein Akkuschrauber. Sie werden gegen ein Pfand verliehen.

„Unsere Werkstatt“, so der offizielle Titel, ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Täglich haben zwei Hausbewohner Werkstatt-Dienst und stehen den Hilfesuchenden mit Rat und Tat zur Seite. „Ich freue mich sehr über das Projekt“, erzählt Qahtan Saleh, der in seiner irakischen Heimat als Finanzbuchhalter tätig war. Auch seine Mitbewohner Khalil Hussein und Radwan Hamid sind angetan. Die Werkstatt helfe, Kontakte zu knüpfen und die deutsche Sprache zu erlernen.

Über die Werkstatt-Projekte der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) und der Delme-Werkstätten konnten bereits 178 Fahrräder instand gesetzt und an Flüchtlinge in der Gemeinde übergeben werden, sagt Bergmann, der viel Wert auf Verkehrssicherheit legt. Wenn jetzt einmal kleine Reparaturen anfallen, könnten sich die Flüchtlinge selbst helfen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler würdigt im Namen der Gemeinde das ehrenamtliche Engagement: „Ich bin stolz auf unsere Bürger.“

Nach wie vor würden Fahrrad-Spenden benötigt, sagt Bergmann. Zur besseren Ausstattung der Werkstatt suchen die Migranten noch Werkzeug – darunter Stichsäge, Bohrmaschine und Schleifgerät.

Um älteren Flüchtlingen leichter das Fahrradfahren beizubringen, sei derzeit ein Laufrad für Flüchtlinge in Arbeit. Außerdem baue Monika Kurzawski vom Arbeitskreis Flüchtlinge einen Fahrrad-Lotsendienst auf. Während der Sommerferien soll auf dem Schulhof geübt werden.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag zur Eröffnung unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-land 
Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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