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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Pfadfinder bringen Haus in Schuss

26.09.2018

Sage Die Hausnummer 16 in der „Sager Schweiz“ liegt eher versteckt in einer kleinen Wohnsiedlung in Sage ganz in der Nähe der Pfadfinderbildungsstätte Sager Schweiz (VCP Bezirk Oldenburg). Das alte Gemäuer diente als Obdachlosen-Unterkunft für die Gemeinde Großenkneten, geriet in den vergangenen zehn Jahren in einen verwahrlosten Zustand und war nicht mehr nutzbar, da verschimmelt und marode. Der Handlungsbedarf lag folglich auf der Hand. Die Pflichtaufgabe der Gemeinde, eine Obdachlosen-Unterkunft vorzuhalten, drohte zu einer Kostenfalle zu werden.

Am Ende setzte sich die Politik mit den Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Kommunaler Alternative nach einer vierjährigen Beratungsphase mit dem gemeinsam getragenen Beschluss durch, das Haus an die Pfadfinderbildungsstätte zu übereignen. Seit Dezember des vergangenen Jahres ist die Pfadfinderbildungsstätte nun Eigentümer dieses Hauses. Seitdem wurde gearbeitet, entrümpelt, saniert und das marode Gebäude vor dem Verfall gerettet.

„Das alles ist für uns ein großer finanzieller Kraftakt. Ein Neubau wäre günstiger gewesen“, sagte Vorsitzender Dirk von der Heide. Zwar konnten auch Gelder über die Dorferneuerung akquiriert werden, „doch die Belastung hat uns an die Grenzen gebracht.“ Dafür kann sich das, was CDU und SPD am Montagabend als erste Fraktionen besichtigen konnten, sehen lassen. Am Dienstag folgte ein Besichtigungstermin mit der KA, am Mittwoch mit der FDP.

Entstanden ist eine komplett neue Obdachlosen-Unterkunft auf 60 Quadratmetern. Mit eigenem Zugang, optisch abgeschirmt. In der Wohnung befinden sich drei Schlafräume, ein großer und zwei kleinere. Die Gemeinde hat diese Räume nun seit dem 1. Juni gemietet. Was noch fehlt, ist eine Küche, die jetzt von der Gemeinde eingebaut werden soll.

Der Synergieeffekt ergibt sich für die Pfadfinderbildungsstätte auf weiteren 100 abgetrennten Quadratmetern. Auch davon konnten sich die Kommunalpolitiker ein Bild machen. Entstanden sei ein schmucker Mehrzweckraum für „Soziale Zwecke“, pädagogische Aufgaben oder einfach auch als kurzfristige Übernachtungsmöglichkeit, wie Dirk von der Heide beschrieb. „Dauerhaftes Wohnen ist hier nicht möglich.“ Übrigens auch nicht in der Obdachlosen-Unterkunft. Das gibt die Baugenehmigung nicht her. Auch bei der Unterkunft kann es sich immer nur um eine zeitlich begrenzte Unterbringung handeln.

Wie bei der Pfadfinderbildungsstätte üblich, wurde wieder versucht, bereits gebrauchte Materialien günstig zu kaufen und zu verwenden. Das gelang zum Beispiel beim Parkett. Von der Heide: „Außerdem gibt es einen zweiten abtrennbaren Zugang zu den Toiletten, die dann auch bei Bedarf öffentlich gemacht werden können.“ Und auch Chronist Dirk Faß kann sich freuen. Für ihn wird es einen Bereich mit einer Heimatkunde-Bibliothek geben.

Vor Ort zeigten sich die Ratsvertreter von der Sanierung begeistert. „Das ist die beste Lösung, auch in finanzieller Hinsicht“, hieß es.

Mit der Eröffnung der zusätzlichen Räume in der „Nummer 16“, wie der Arbeitstitel lautet, rechnet von der Heide Ende 2018.

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