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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

„Hier ist ein hohes Gefahrenpotenzial“

26.05.2018

Sandhatten Uwe Mahlstedt sitzt auf seinem Elektro-Rollstuhl und fährt den Wöschenweg von der Sandkruger Straße in Richtung Sandhatten entlang. Motorräder, Autos, Busse und Traktoren donnern in teilweise abenteuerlicher Geschwindigkeit an ihm vorbei, weichen mal mehr und mal weniger aus. Uwe Mahlstedt fährt unbeirrt weiter und sieht sich bestätigt. Schließlich möchte er zeigen, was hier aus seiner Sicht unbedingt nötig ist: ein Radweg.

Begonnen hat eigentlich alles im Sommer 2015. Damals erhielt Uwe Mahlstedt die Diagnose ALS, eine nichtheilbare Krankheit, bei der es zunehmend zu Muskelschwäche kommt. Nach einem zusätzlichen Schlaganfall kann er kein Auto mehr fahren. „Die Kraft reicht zum Lenken einfach nicht mehr aus“, sagt er.

Zu Hause rumsitzen will er aber nicht – viel lieber ist er jetzt auf seinem Rollstuhl an der frischen Luft unterwegs. „Von Kirchhatten aus bot sich die Strecke über Sandhatten und den Wöschenweg in Richtung Sandkruger Straße und zurück nach Hause an“, sagt er. Doch ab Sandhatten fand er sich auf einem Höllenritt wieder – auf der Straße, mit den vielen anderen Verkehrsteilnehmern. „Ich bin kein Schisser, aber das war schon sehr interessant“, meint der Kirchhatter. „Das ist ein hohes Gefahrenpotenzial für Kinder und Senioren.“

Er begann zu recherchieren und fand heraus, dass es bereits im Jahr 2009 Planungen für einen Radweg am Wöschenweg gab. Eine Entscheidung sei aber im Sande verlaufen. Doch ihn ließ die Idee eines Radweges nicht mehr los. Nun setzt er auf den Parragraphen 32 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes – das Bürgerbegehren. Das möchte Mahlstedt unbedingt umsetzen: „Ich benötige Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten in der Gemeinde, das sind 1090 Stimmen.“

Seinen Antrag auf das Bürgerbegehren hat er am 18. Mai persönlich beim Bürgermeister abgegeben, die Politik müsse nun die formale Zulässigkeit des Antrags bestätigen. „Ich habe sechs Monate Zeit, die nötigen Unterschriften zu sammeln“, sagt Mahlstedt. Gelingt ihm das, würde es zu einem Bürgerentscheid kommen. „Ich werde mich auf jeden Fall öffentlich präsentieren“, so Mahlstedt, der viele öffentliche Veranstaltungen nutzen will. Dazu sei er für jede Art von Hilfe und Unterstützung dankbar. „Aktuell finanziere ich meine Idee aus eigener Tasche“, sagt er.

Im Vorfeld hat er bereits mit Leuten aus der Umgebung gesprochen, positive und negative Meinungen zu seinem Vorhaben erhalten. Mahlstedt: „Die negativen Kommentare stacheln mit eigentlich nur an. Ich habe ein Ziel vor Augen und das lasse ich nicht mehr los.“

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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