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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Apotheker ist sein Traumberuf

27.04.2019

Sandkrug Der Unterschied hört sich gigantisch an. Über elf Millionen Menschen wohnen in Lahore, nur 4045 in Sandkrug. So wundert es nicht, dass Ali Asad Sulehria (29) als einen der ersten Begriffe „Ruhe“ nennt, wenn er nach Unterschieden zu seiner Heimatstadt in Pakistan befragt wird. Er sagt aber auch: „Ich fühle mich hier wie zuhause.“

Hier, das ist die Flora-Apotheke an der Bahnhofstraße 15 in Sandkrug und die großzügige Ferienwohnung, die die Eigentümer der Apotheke direkt über dem Geschäft eingerichtet haben. Ali Asad Sulehria bewohnt sie seit dem 1. April 2018 und das hat mit seiner und der Zukunft von Apothekerin Anne Peus-Woltemade und ihrem Mann Wolfgang Woltemade zu tun.

Lesen Sie hier ein Interview mit Wolfgang Woltemade.

„Apotheker ist mittlerweile ein Mangelberuf“, sagt Wolfgang Woltemade. „Viele wechseln nach dem Pharmaziestudium lieber in die Industrie.“ Das wäre auch eine Option für Ali Asad Sulehria gewesen, wenn er es sich hätte leicht machen wollen. Sein Pharmaziestudium in Pakistan wird in Deutschland anerkannt, der Master in Internationalem Marketing und Management sowieso, da er ihn 2013 in Bad Honnef an einer Privat-Hochschule abgeschlossen hat. Zwei Praktika bei den Pharma-Konzernen Bayer und Merck stehen in seinem Lebenslauf.

Vorurteile revidiert

Doch schon während einer ersten Hospitation in einer Apotheke merkte der 29-Jährige schnell: „Das ist es, was ich machen möchte: Menschen beraten und helfen.“ Denn die meisten Deutschen, das merkte er schnell, sind keineswegs störrisch oder hochnäsig – Eigenschaften, die ihnen zumindest in Pakistan erst einmal in Form von Vorurteilen nachgesagt werden.

Die ersten Lektionen in der deutschen Sprache hatte Ali Asad Sulehria noch in einem Sprachinstitut in Lahore abgelegt. „Deutsch ist echt schwer im Vergleich zu Englisch – vor allem die Grammatik“, seufzt er. Die Tatsache, dass er heute so beeindruckend die Sprache beherrscht, führt er auf gewisse Ähnlichkeiten zu seiner Muttersprache, dem indogermanischen Urdu, zurück. Wie im Deutschen und anders als im Englischen gibt es hier die feine Unterscheidung in der Anrede zwischen „Du“ und „Sie“.

Ein ganz anderes Kaliber war die Fachsprachenprüfung für ausländische Apotheker vor der Apothekerkammer Niedersachsen. Obwohl über ein Fünftel der Bewerber hier durchfallen, bestand Ali Assad Sulehria sie im ersten Versuch. Am 28. März dieses Jahres absolvierte er dann auch die sogenannte Kenntnisprüfung, die neben Aspekten der Beratung von Patienten zu Arzneimitteln auch rechtliche Grundlagen und Dokumentationspflichten behandelt. Damit ist er, wie die Bundesapothekerkammer der NWZ auf Nachfrage bestätigte, der erste Pakistaner als anerkannter Apotheker in Niedersachsen.

Etwa einmal im Jahr besucht Ali Assad Sulehria seine Familie in Lahore. Wenn ihn zwischendurch einmal das Heimweh packt, dann bleibt ja noch das pakistanische Essen, das er sich nach den Rezepten seiner Mutter selbst zubereitet. „Ich esse aber auch gerne deutsches Brot und Käse“, verrät der 29-Jährige. Bio-Obst und -gemüse gibt es sowieso für alle Mitarbeiter in der Flora-Apotheke kostenlos während des Tages.

Doppelt überzeugt

Sulehria war einer von fünf Kandidaten, die sich vor einem guten Jahr auf eine Stellenausschreibung des Ehepaars Woltemade in einem Apothekenfachblatt beworben hatte. „Er hat uns fachlich und menschlich einfach überzeugt“, sagt Wolfgang Woltemade. „Jetzt muss er sich in der Praxis und in unserem Team freischwimmen.“ Zwei Apothekerinnen, fünf Pharmazeutisch-Technische Assistenten und zwei Apothekenhelferinnen arbeiten bereits in der Flora-Apotheke. Langfristig soll, wenn alles weiter glatt läuft, Ali Assad Sulehria die Apotheke an der Bahnhofstraße im Zuge einer Nachfolgeregelung übernehmen.

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Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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