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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Schönste Nebensache der Welt

29.05.2017

Wildeshausen Meine Güte, wo ist die Zeit geblieben? Das fragt sich der Wildeshauser Peter Schneider, wenn er an seinen Königsschuss vor 25 Jahren zurückdenkt. 35 Jahre war er damals alt, geboren wurde er am 5. Januar 1957 im Wildeshauser Alexanderstift. „Aufgewachsen bin ich allerdings in Neerstedt, und das war beim Königsschießen damals für einige schon ein Stein des Anstoßes“, erinnert er sich. Ob er nicht lieber Schützenkönig in Neerstedt werden wolle, wurde er gefragt, „aber das hat mich nur noch mehr angespornt“, schmunzelt der heute 60-Jährige.

Ernsthafte Versuche

Bereits 1990 hatte er das erste Mal ernsthaft versucht, König zu werden – und landete prompt im Endschießen. „Damals hatte allerdings noch Martin Reiser die Nase vorn“, berichtet er. Ein Jahr später verpasste er das Königsschießen leider, weil es bei seinem Kumpel Hartmut Scherner so gemütlich war. 1992 wurde aus dem langgehegten Wunsch dann Wirklichkeit. Und der hervorragende Schütze Peter Schneider, der schon in der Schießmannschaft der Bundeswehr geglänzt hatte, war bestens vorbereitet: „Schon als kleiner Junge wollte ich Kinderkönig werden, aber meine Mutter sagte, dass sei zu teuer. Also fing ich an zu sparen und hatte beizeiten ausreichend Geld für meinen Wunsch auf dem Konto angesammelt“, erzählt er.

Unterstützung bekam Schneider, der damals als Lkw-Fahrer für die Firma Agrarfrost in Aldrup tätig war, auch von seinem Chef Reinhold Stöver, auf den er immer noch große Stücke hält. „Der versprach mir ein Fass Bier, wenn ich es schaffe, und hat sein Versprechen auch sofort eingehalten“, lacht er.

Im ersten Moment überrascht zeigte sich hingegen seine damalige Frau Christiane von ihrer plötzlichen Würde als Königin. „Sie hat sich aber schnell damit angefreundet, zumal mein Schaffer Benno Bullermann und ich uns bemüht haben, auch die Frauen mehr ins Rampenlicht zu stellen“, berichtet er. So werden Schafferin und Königin seitdem zur Vorstellung beim Landrat mitgenommen.

Nach der Scheidung habe auch seine neue Lebensgefährtin Carla Preugschat schnell ihren Platz in dem Traditionsverein gefunden. „Am Anfang gab es zwar Sprüche wie ,Du bist ja keine richtige Königin, sondern nur Königsbegleiterin’, aber das waren nur Einzelstimmen, die schnell verstummt sind“, resümiert Schneider.

Tolle Truppe

Generell seien sowohl die Königskompanie als auch die Königsfrauen tolle Truppen mit einem großen Zusammengehörigkeitsgefühl. „Das Königsjahr ist etwas ganz Besonderes, und dieses geniale Gefühl hält an, sobald du in die Königskompanie wechselst“, schwärmt der Wildeshauser. Sein Rat an alle Gildebrüder, die damit liebäugeln, am Pfingstdienstag zum Schießen anzutreten, lautet demgemäß, „es unbedingt zu versuchen und nicht aufzuschieben.“

Angetreten zum Königsschießen ist er selbst übrigens auch noch einmal – ein Jahr nach seinem Königsschuss. Grund war eine Wette, die er aus einer Laune heraus mit dem damaligen Oberst Bernhard Iken in Anwesenheit von General Manfred Rollié eingegangen war. „Die Statuten ließen das tatsächlich zu, aber ich habe mir beim Schießen natürlich so viel Zeit gelassen, dass ich nicht mehr ernsthaft in den Wettbewerb eingreifen konnte“, schmunzelt er. Kurz nach der gewonnenen Wette wurden die Statuten übrigens geändert.

Fest nur einmal verpasst

Das Gildefest hat Schneider, der inzwischen europaweit als Großkundenbetreuer für Heimtextilien arbeitet, in all den Jahren nur ein einziges Mal verpasst. „Damals war ich in Amerika und hatte am Pfingstdienstag schreckliches Heimweh“, erinnert er sich. Das ist ihm seitdem nie wieder passiert. „Der Pfingsturlaub ist inzwischen sogar in meinem Arbeitsvertrag verbrieft“, schmunzelt er und freut sich schon auf die Fete der Königskompanie am Pfingstheiligabend, wo er wieder tüchtig mitanpacken wird, bevor es selbst ans Feiern geht.

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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