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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Gedenken: Stolpersteine erinnern an die jüdischen Bürger

03.03.2014

Wildeshausen In fünf Straßensind am vergangenen Sonnabend sogenannte Stolpersteine mit den Namen der früheren jüdischen Bürger in Wildeshausen gesetzt worden.

Sägekuhle: Vier Steine wurden vor dem Haus in der Straße Sägekuhle 3 ins Pflaster eingesetzt. Sie erinnern an Bernhard, Helene, Fritz und Ruth de Haas. Vor dem Haus Sägekuhle 6 gibt es drei weitere Stolpersteine für Jenny, Jonny und Frieda de Vries.

Westerstraße:Vor dem Haus in der Westerstraße 24 setzte der Künstler Gunter Deming für Moritz und Sophie de Haas zwei Gedenksteine.

Huntestraße:Stolpersteine sind dort vor dem Haus Nummer 26 für Alfred Heinemann und Golda Herzberg ins Pflaster eingelassen worden.

Sögestraße:Arthur Goldstein wohnte einst im Haus mit der Nummer 16.

Spuren jüdischen Lebens in Wildeshausen heißt ein Faltblatt des Bürger- und Geschichtsvereins sowie des Arbeitskreises für Demokratie und Toleranz. Es bietet eine Übersicht über die jüdischen Familien, den jüdischen Friedhof und das einstige Gebetshaus an der Huntestraße 30. Erhältlich ist das Faltblatt im Büro des Verkehrsvereins.

„Den ersten Stein haben wir schon am 17. Mai 2011 finanziert bekommen. Jetzt, Anfang des Jahres, kam der letzte hinzu. Damit können wir heute zwölf ,Stolpersteine‘ hier in Wildeshausen in das Pflaster einlas-sen.“ Das sagte Ingeborg Jakoby vom Arbeitskreises „Für Demokratie und Toleranz“ im Präventionsrat der Stadt Wildeshausen am Sonnabend anlässlich der Verlegung der Erinnerungssteine in Wildeshausen.

Damit sei es nun endlich möglich, die jüdischen Mitbürger, die in der Stadt Opfer des Nationalsozialismus wurden, wieder in die Stadt zu holen, hob Jakoby in ihrer Begrüßung vor rund 50 Teilnehmern hervor. Gleichzeitig betonte sie, dass es im November eine zentrale Feier für diesen denkwürdigen Anlass geben wird.

Start in der Sägekuhle

Erster Treffpunkt war die Straße Sägekuhle, in der einst Bernhard, Helene, Fritz und Ruth de Haas sowie Jenny, Jonny und Frieda de Vries lebten. Künstler Gunter Deming und Katja Walter waren aus Köln gekommen, um die Stolpersteine zu setzen. Deming hat das Stolperstein-Projekt bundesweit auf den Weg gebracht. Inzwischen sind rund 45 000 derartige Gedenksteine vor den Häusern europaweit verlegt, in denen Juden ihre letzte freigewählte Wohnung hatten.

Den Weg nach Wildeshausen fanden auch jüdische Angehörige. Peter Heinken, der für den Bürger- und Geschichtsverein im Arbeitskreis für Demokratie und Toleranz mitarbeitet, hatte mit Hilfe von Dr. Werner Meiners Kontakte zu den Anverwandten zweier Familien herstellen können. „Wir freuen uns, heute zu sieben Stolpersteinen und den dahinter stehenden Familien und Personen Angehörige begrüßen zu können“, sagte Ingeborg Jakoby.

Bürgermeister Prof. Dr. Kian Shahidi erinnerte an die Pogromnacht vor gut 75 Jahren, als in ganz Deutschland die Synagogen von Nationalsozialisten angezündet wurden. „Der dunkle Weg, der uns heute zur Verlegung der Stolpersteine führt, soll an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erinnern, die mit so viel Leid und Elend verbunden ist. Wir gedenken der Juden, die in Wildeshausen vertrieben worden sind“, sagte Shahidi. „Sich hier heute gemeinsam zu erinnern, gibt Halt, Trost und Mut.“

Werte mit Füßen getreten

Der Bürgermeister sprach von der Erinnerung als Zeichen der Bekundung von Leid und Unrecht an Menschen durch die Deutschen, aber auch dem Einsetzen für Werte, die damals mit Füßen getreten wurden.

Die Stolpersteine bezeichnete er als beste und nachhaltigste Möglichkeit, an die Terrorherrschaft der Nazis zu erinnern und sie fassbar zu ma-chen. „Hier haben jüdische Familien gewohnt, die wir nicht vergessen wollen. Wer sich über einen Stolperstein beugt, verneigt sich vor den Opfern, stolpert innerlich und macht sich die Geschichte bewusst.“

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