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NWZonline.de Region

UWG: Investorenpläne einfach nur durchgewunken

07.03.2016

Wildeshausen Nach den jüngsten Entscheidungen hinsichtlich der Bauprojekte am Marktplatz und an der Straße „Im Hagen“ zeigt sich die UWG Wildeshausen enttäuscht über das Politik- und Selbstverständnis der Ratsmitglieder aus den anderen Fraktionen. „Ich habe den Eindruck, dass die Ratsmehrheit überhaupt keinen Gestaltungswillen und keinen Plan für die Stadt hat, sondern alle Vorhaben interessierter Investoren einfach nur noch vorbehaltlos abnickt und die Antragsteller nach dem Motto „Geld regiert die Welt“ einfach alles machen lässt, was sie wollen“, sagt UWG-Fraktionsvorsitzender Rainer Kolloge.

In der Sitzung des Bauausschusses waren das Einzelhandelsprojekt am Marktplatz und die Bebauungsplanänderung für die Erweiterung des Hotels „Wildeshauser Hof“ gegen die Stimmen der UWG beschlossen worden.

In beiden Fällen sah die UWG erheblichen Klärungs- und Änderungsbedarf, so dass die Vorhaben nach Ansicht der Wählergruppe nicht so einfach „durchgewunken“ werden konnten. „Bei dem Projekt am Marktplatz sind viele wichtige Fragen wie zum Beispiel die konkrete Gestaltung der Gebäude, die Auswirkungen auf die Leerstandssituation in der Innenstadt, auf benachbarte Geschäfte, auf den Denkmalschutz und nicht zuletzt auf das Gildefest, noch ungeklärt“, meint UWG-Ratsherr Hermann Hitz. „Man kann über ein solches Projekt doch erst dann abstimmen, wenn man genau weiß, was dort wirklich gebaut werden soll und wie sich das ganze auf unsere Stadt und die vorhandenen Geschäfte auswirkt.“ Dies gelte um so mehr, als über 1000 Unterschriften für den Erhalt des derzeit im Gebäude ansässigen Buchladens gesammelt wurden.

Ähnlich liege der Fall bei der Bebauungsplanänderung für die Hotelerweiterung im Hagen. „So, wie das Hotel jetzt geplant ist, kann man das unserer Ansicht nach nicht bauen“, meinte Kolloge. „Wir sollten den Eingangsbereich unserer Stadt nicht durch einen so wuchtigen einfaltslosen Kasten verunstalten, sondern die Änderung des Bebauungsplanes davon abhängig machen, dass sich der zu errichtende Baukörper an das vorhandene Gebäude und die Umgebung anpasst.“

Es sei unverständlich, dass die CDU und SPD zwar in der öffentlichen Sitzung behaupteten, sie hätten Bauchschmerzen bei der vorgestellten Planung, dann aber dem Investor einen Freifahrtschein ausstellten. Kolloge: „Offenbar sind die Ratsmitglieder dieser Fraktionen – jedenfalls bei bestimmten Investoren – nicht willens oder in der Lage, bestehende Gestaltungsspielräume zu nutzen.“

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