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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Verkehr bereitet Kopfzerbrechen

21.02.2015

Ahlhorn Grundsätzlich ist das geplante Baustoffzentrum auf dem Metropolpark Hansalinie in Ahlhorn zulässig. Es passt in das Konzept des Gewerbe- und Industrieparks, wie es die Gemeinde Großenkneten selber in ihren Bebauungsplänen festgeschrieben hat. Dabei gilt es zwei Einschränkungen. Zu vernachlässigen ist das geringfügige Eingreifen in das Photovoltaikgebiet, gravierender die geplante Behandlung von bis zu 100 000 Tonnen Abfall im Endausbau des Zentrums.

kommentar

Nachdenken

ohne Tabus

Als die Gemeinde Großenkneten sich vor Jahren entschlossen hatte, aus dem einstigen Fliegerhorst einen großen Industrie- und Gewerbestandort zu machen, war das auch eine Entscheidung für mehr Verkehr. Wer produzierendes Gewerbe anlocken will, der weiß, dass er damit auch An- und Abfahrten von Autos und Lastwagen produziert.

Auch den Managern der Firma Bunte (Metropolpark Hansalinie) war das natürlich bewusst. Die anfängliche Vision, mit einer neuen Autobahnanschlussstelle an der A 1 auch den Ortskern Ahlhorn zu entlasten, beruhigte zunächst viele. Was greifbar nahe schien, ist inzwischen in weite Ferne gerückt und interessiert auch die Bunte-Manager offenbar derzeit nicht. Das deckt sich mit ihrem (Des-)Interesse am Ort Ahlhorn.

Jetzt soll ein Verkehrskonzept für Ahlhorn kommen. Besser spät als niemals: Es ist überfällig. Dabei gilt es, tabulos zu überlegen und nicht schon beim Aussprechen des Wortes „Umgehungsstraße“ Schweißperlen auf der Stirn zu bekommen.

Ahlhorn nur als Durchgangsstation des Schwerlastverkehrs des Metropolparks zu nutzen: Das wäre ein allzu trister Entwurf. Dann wäre es auch kein Wunder, wenn es vielen Ahlhornern langsam zu bunt(e) wird.

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Nur um diese Ausnahmen vom gültigen B-Plan zu genehmigen, ist das Einvernehmen der Gemeinde Großenkneten gefragt. Sie wird es erteilen: So hat es der Planungs- und Umweltausschuss mit breiter Mehrheit empfohlen. Nur KA-Vertreter Uwe Behrens stimmte dagegen.

Dabei herrschte grundsätzlich Konsens, dass die Ansiedlung auf dem Metropolpark im Sinne der wirtschaftlichen Entwicklung und der Schaffung von Arbeitsplätze begrüßt werde. „Doch gleichzeitig ist der Ausbau der Infrastruktur für den Verkehr erforderlich“, erklärte Samuel Stoll (CDU) den zusätzlichen Antrag, ein Verkehrskonzept zur Entlastung von Ahlhorn aufzustellen. Schließlich seien alle früher von einer neuen Anschlussstelle an der Autobahn 1 ausgegangen. Doch diese Pläne liegen auf Eis. „Wenn es nicht anders geht, müssen wir eine Umgehungsstraße machen“, so Stoll.

Der Vorschlag stieß auf breite Zustimmung. „Wir nehmen Lastwagen in Kauf, aber nicht auf lange Sicht“, so Andrea Oefler (SPD).

Auch Unabhängige und Kommunale Alternative sehen dringenden Handlungsbedarf, doch sie hätten sich ein anderes Vorgehen gewünscht, als jetzt bedingungslos das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. „Damals hat der Rat gesagt: Abfall bleibt außen“, erinnerte Behrens an den gültigen Plan. Jetzt könne die Kommune ihr Einvernehmen verweigern, damit sich die Firma Bunte, Betreiber des Metropolparks, mit ihr an einen Tisch setzen muss. „Wir dürfen Bunte nicht aus der Verantwortung lassen“, so Behrens.

Carsten Grallert (Unabhängige) fehlte die Bürgerbeteiligung bei dem wichtigen Thema. Die bis zu 100 000 Tonnen Abfall seien nur genehmigungsfähig, weil sie in einem Gesamtkonzept von 500 000 Tonnen stünden. Er fand es „traurig, eine so wichtige Sache über so ein fragwürdiges Verfahren zu regeln.“

Die Verwaltung verwies auf den Landkreis als Bauordnungsbehörde. Danach seien die Grundzüge der Planung durch den Abfall nicht berührt und das Einvernehmen zu erteilen. So sahen es auch CDU, SPD und FDP.

500 000 Tonnen

Die TBL (Transport- und Baustoffhandelsgesellschaft mbH Lüderitz) hat nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz die Errichtung und den Betrieb eines Baustoffzentrums auf dem Gelände des Metropolparks auf einer Fläche von 3,5 Hek­tar und einer überbaubaren Fläche von 2,75 Hektar beantragt. Das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg ist die Genehmigungsbehörde.

Die Anlage soll in der Endstufe (ab 2022) eine Gesamtkapazität von maximal 500 000 Tonnen haben. Sie setzen sich dann wie folgt wie folgt zusammen: Weiße Stoffe (Sand und Kies sowie Splitt und Schotter): 44 Prozent; Mineralgemisch 32,40 Prozent; Baustoffgemische 3,42 Prozent; nicht gefährliche Abfälle 13,90 Prozent; gefährliche Abfälle 5,88 Prozent. Im Endausbau werden 126 Lkw-Fahrten und zwei Züge täglich prognostiziert.

Ulrich Suttka
Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2702

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