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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

                            gedenken: Von Schilderungen berührt

12.11.2013

Wildeshausen Zum Erinnerungsgang auf den Spuren jüdischen Lebens in Wildeshausen lud am Sonnabend der Arbeitskreis „Für Demokratie und Toleranz“ im Präventionsrat der Stadt Wildeshausen ein. Es war bereits der fünfte Gang gegen das Vergessen zu den Ereignissen der Pogromnacht und auch den Vorgängen in Wildeshausen. Zum ersten Mal fand der Erinnerungsgang aber zu Beginn mit einer Andacht in der Alexanderkirche statt und ebenfalls zum ersten Mal unter der Beteiligung durch Konfirmanden der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde.

Treffpunkt war die Alexanderkirche. Nach der Begrüßung durch Ingeborg Jacoby und Charlotte von Olearius vom Arbeitskreis hielt Pastor Markus Löwe die Andacht.

Der eigentliche Erinnerungsgang führte die rund 70 Teilnehmer zunächst zur Sägekuhle 3, dem Haus der Familie Bernhard de Haas und anschließend zur Bleibe der Familie de Vries (Sägekuhle 6). Konfirmanden berichteten von den damaligen Verhältnissen und den Familien. In der Huntestraße 30 trug Hartmut Berlinicke die Geschichte der Wildeshauser Synagoge vor.

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Am Bahnhof stand der Bericht von Hilde Bohnes aus ihren Erinnerungen im Mittelpunkt. Die 86-jährige Mitschülerin erinnert sich noch gut an Fritz de Haas, der am 15. November 1925 in Wildeshausen geboren worden war. Er war Sohn des Viehhändlers Bernhard de Haas und dessen Frau Helene. Auf ihrem Schulweg sei sie häufig hinter Fritz hergegangen und habe seinen schönen Schulranzen aus braunem Leder bewundert, trug Hilde Bohnes vor. Auf der Rückseite des Ranzen war ein springendes Pferd eingestanzt gewesen.

Ein einprägendes Erlebnis war für sie der 28. März 1940, als sie Fritz mit seinem Vater Bernhard am Bahnhof in Wildeshausen mit Koffer traf. Sie fragte beide: „Wollt ihr verreisen?“ Als Antwort bekam sie: „Wir müssen verreisen.“

Irritiert durch die Worte lief die damalige Schülerin Hilde zur Mutter und fragte nach dem Grund der „Reise“. Die Mutter antwortete damals, dass die jüdischen Familien irgendwo gesammelt würden. Fritz de Haas wurde mit vielen anderen Familienangehörigen am 18. November 1941 nach Minsk deportiert, wo er am 29. Juli 1942 im Alter von nur 16 Jahren erschossen wurde. Diese Erinnerungen hatte Ingeborg Jacoby nach einem Telefongespräch mit Hilde Bohnes Ende Oktober 2012 aufgeschrieben und daraus berichtet.

Von den Wildeshauser Juden hat die Familie de Haas die meisten Opfer im Holocaust zu beklagen. 29 Familienangehörige kamen um. Betroffen waren die Familien Artur Goldstein, Julius Goldstein, Moritz de Haas, Bernhard de Haas, de Vries, Golda Herberg und Alfred Heinemann.

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