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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Holocaust-Gedenktag: Ernstes Thema aktuell aufbereitet

28.01.2020

Wardenburg „Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt“ – dieser Spruch diente Schülern der IGS Am Everkamp als Leitfaden für ein selbst komponiertes und -getextetes Lied, das sie am Montag, dem offiziellen Holocaust-Gedenktag, in ihrer Schulaula vortrugen. Entstanden war der Song über Meinungsfreiheit, Demokratie und Gleichberechtigung im Rahmen des Projekts „In die Mitte rücken! Zivilcourage gegen Rechtsextremismus“.

In fünf Projektgruppen hatten sich rund 70 IGS-Schüler der Jahrgänge 6 bis 10 auf freiwilliger Basis zusammengefunden, um die Gräueltaten des Nationalsozialismus’ auf ganz unterschiedliche Art und Weise aufzuarbeiten – zum Teil mit professionellen Helfern, die aus Fördermitteln des Landes engagiert werden konnten. Dabei war es den Jugendlichen wichtig, auch im Hier und Jetzt Ausschau nach rechtsradikalen Vorzeichen zu suchen. So wie die Politik-Gruppe, die in einer kreativen Ausstellung über Sprache, Symbole und Kleidung von Neonazis aufklärte. Auch die rechte Fußballszene wurde als Collage in einer stilisierten Fankurve dargestellt.

Ebenfalls in einer Ausstellung waren Personen mit Zivilcourage aus Geschichte und Gegenwart porträtiert. Die Verhaltensforscherin Jane Goodall hatte sich Eske Luise aus der Klasse 9c ausgesucht, „weil sie sich voll dafür eingesetzt hat, dass auch Tiere Rechte bekommen“. Frauenrechtlerin Kate Sheppard (1848-1934) widmete die 15-jährige Viona ihr Bild. Die fast 32 000 Unterschriften, die die Neuseeländerin 1893 für eine Parlament-Petition sammelte, um über das Frauenwahlrecht abzustimmen, bilden auf einem symbolischen Band den Bildhintergrund. „Das ist wirklich toll gemacht“, lobte der ehemalige Kulturbeauftragte der Gemeinde Wardenburg, Rolf Vergin, die Arbeit.

Vergin war einer der Gäste, die die Möglichkeit bekamen, die Ergebnisse der Projektgruppen anzuschauen. Dazu zählten unter anderem Bürgermeister Christoph Reents und die Mitglieder des Gemeinderates. Reents hatte bereits vor seinem Besuch in der Schule zusammen mit Pastorin Imke Gießing und Schülervertretern ein Blumengesteck an der Gedenktafel für die Wardenburger Familie Kugelmann abgelegt. Die jüdische Familie war 1942 nach Auschwitz und Treblinka deportiert und dort ermordet wurde.

Auch zwei Theatergruppen hatten sich im Vorfeld des Holocaust-Gedenktages mit Judenverfolgung und der Entstehung von Gewalt beschäftigt. Die eine Gruppe erinnerte an Transporte jüdischer Kinder ins Ausland, die andere versuchte zu ergründen, warum Menschen überhaupt zu Gewalttätern werden.

Für den Holocaust-Gedenktag ein „gutes Format gefunden zu haben“, ist Schulleiter Gernot Schmaeck überzeugt: die Freiwilligkeit der Schüler garantiere Ernsthaftigkeit, die Zusammenarbeit mit Fachkräften Professionalität und die Aufführungen mit kleinerem Publikum in drei Durchgängen eine angemessenere Atmosphäre.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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