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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

„Gewässerentwicklungsplan wird blockiert“

08.09.2018

Wardenburg Keine Mehrheit fand sich in der vergangenen Woche im Umweltausschuss der Gemeinde für den vorgelegten Gewässerentwicklungsplan Lethe (die NWZ berichtete). Er sollte als Handlungsleitfaden für die kommenden Jahrzehnte dienen, um die Wasserqualität des Flusses zu verbessern.

Der Wardenburger Kreistagsabgeordnete Johannes Hiltner (Grüne), der Ende 2017 sein Mandat für den Wardenburger Gemeinderat abgegeben hatte, kann die Bedenken gegen diesen Plan nicht nachvollziehen. Er erinnert an den mühevollen Prozess von Hunte-Wasseracht, Landkreis Oldenburg und Gemeinde Wardenburg, diesen Plan auf den Weg zu bringen.

Hintergrund ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie der EU, nach der Flüsse, Seen, Übergangsgewässer, Küstengewässer und Grundwasser spätestens bis zum Jahr 2027 in einem „guten Zustand“ sein sollen. „Vermutlich wird dieses wichtige Ziel nicht zu erreichen sein, da sich die Lethe – größtenteils durch Begradigungen, Phosphat, Stickstoff und Eiseneinträge – ökologisch in einem sehr schlechten Zustand befindet“, fürchtet Hiltner. Nach Abschluss der Präsentation habe die Beschlussempfehlung gelautet, den Gewässerentwicklungsplan zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. „Mit Befremden muss nun festgestellt werden, dass die CDU und FWG/Linke keineswegs ihre Zustimmung geben wollten. Diese Ablehnung macht deutlich, dass die Beteiligten anscheinend nicht daran interessiert sind, sich der Problematik unseres wichtigsten Gutes – dem Wasser – zu stellen“, so der Grünen-Politiker weiter. Er weist darauf hin, dass die Messbrunnen des Landkreises Oldenburg in Wardenburg die höchsten Nitratwerte im Grundwasser aufweisen. Gerade in Wardenburg sollte deshalb „jeder Gemeindepolitiker alles daran setzen, die Wasserqualität und insbesondere die Grundwasserqualität zu verbessern“. Der Zustand der Lethe habe auch Einfluss auf die Grundwasserqualität.

Nun werde der Gewässerentwicklungsplan zeitlich blockiert, um angebliche Informationsdefizite aufzuarbeiten, anstatt Hunte-Wasseracht und Gemeinde Wardenburg in ihrem vorbildlichen Einsatz zu unterstützen. „Seit über 20 Jahren ist allen Beteiligten der schlechte ökologische Zustand der Lethe bekannt und es ist dringend geboten, endlich zu handeln“, so Hiltners Appell.

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