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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Wahlnachlese: Gespannt auf neuen Führungsstil

24.09.2019

Wardenburg „Anderthalb Jahre systematische Vorbereitung haben sich ausgezahlt.“ Erleichtert zeigte sich CDU-Ortsverbands- und Fraktionsvorsitzender Armin Köpke am Wahlabend im Wardenburger Hof. Der parteilose, aber von den Christdemokraten unterstützte Kandidat Christoph Reents (Hundsmühlen) ging bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Wardenburg mit 54,8 Prozent der Stimmen als Sieger hervor. Auf seinen Mitbewerber Dr. Thomas Wilde (Grüne) entfielen achtbare 45,21 %.

„Gefunden“ hatte die CDU Reents über eine „Stellenanzeige“ in der Nordwest-Zeitung Anfang Dezember 2018, mit der in der Region nach einem geeigneten Kandidaten gesucht wurde. Bei den Bürgermeisterwahlen 2005 und 2011 hatte die CDU noch die parteilose Kandidatin Martina Noske unterstützt.

Und während Thomas Wilde bereits am Montag dabei gesehen wurde, wie er Wahlplakate einsammelte, musste Reents seinem Arbeitgeber, dem Land Niedersachsen, die Nachricht überbringen, ihn möglichst schon zum „Wachwechsel“ im Rathaus am 1. November aus einem bisherigen Arbeitsverhältnis zu entlassen. Dass das gelingt, darüber zeigte sich der Diplom-Ingenieur, der im Liegenschafts- und Immobilienmanagement für große Infrastrukturprojekte beschäftigt ist, zuversichtlich: „Da wird sich sicher eine Lösung finden.“

Ehrlich und authentisch

Da es im Gemeinderat keine klaren Mehrheitsverhältnisse gibt, hat sich Reents zunächst vorgenommen, das offene Gespräch mit allen Fraktionen zu suchen. In der Vergangenheit zugeschüttete Gräben wolle er freischaufeln, „indem ich mit allen kommuniziere, offen, ehrlich und authentisch bin“. Anschließend werde Kassensturz gemacht, um zu sehen, wie die finanzielle Situation der Gemeinde insgesamt aussehe und erst danach würden Prioritäten festgelegt, so Reents Ziel.

„Wir hoffen, dass eine ordentliche Übergabe stattfindet, damit Herr Reents am 1. November nicht vor einem leeren Schreibtisch Platz nehmen muss“, wünschten sich Köpke und sein Fraktionskollege Hajo Suhr in Richtung der scheidenden Bürgermeisterin Martina Noske.

Die Frage nach dem künftigen Allgemeinen Stellvertreter ließ der 55-Jährige noch offen: „Konkret habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Selbstverständlich werde ich mit allen im Rathaus reden, aber das wird sich alles im Laufe der Zeit finden.“ Der bisherige hauptamtliche Vertreter der Bürgermeisterin, Frank Speckmann (parteilos), hatte vor zwei Wochen ebenfalls fürs Bürgermeisteramt kandidiert, war aber mit dem zweitschlechtesten Ergebnis aller fünf Kandidaten ausgeschieden.

Speckmann, der am Sonntag ebenfalls die Stimmen-Auszählung im Wardenburger Hof verfolgte, gratulierte Reents nach dessen Wahlsieg persönlich und scherzte: „Wir sehen uns ja demnächst öfter.“ Die ebenso ausgeschiedenen Kandidaten Ronald Holtz (SPD) und Martin Bliefernich (Die Partei) wurden auf der Wahlparty nicht gesichtet.

„Nicht enttäuscht, aber traurig“ darüber, dass Thomas Wilde den Sprung ins Rathaus nicht geschafft hat, war Detlef Bollmann, Fraktions- und Ortsvereinsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. „Wir erkennen das Ergebnis an und hoffen auf eine faire Zusammenarbeit, aber wir werden natürlich Herrn Reents messen an dem, was er alles angekündigt hat.“

„Wir können mit dem Ergebnis leben“, sagte FDP-Fraktionsvorsitzende Kora Heißenberg am Sonntag. „Wir sind davon ausgegangen, dass das Ergebnis knapper ausfällt.“ Sehr enttäuschend sei die geringe Wahlbeteiligung an beiden Wahltagen. „In anderen Ländern gehen die Menschen auf die Straße dafür, dass sie überhaupt wählen dürfen“, ärgerte sich Fraktionskollege Peter Puschmann. Gespannt sind beide, wie der Führungsstil von Reents aussehen wird.

Fairer Wahlkampf

„Ich habe mit dem Sieg von Reents gerechnet“, gab am Wahlabend FWG-Fraktionsvorsitzender Eckhardt Hildebrandt zu, der den absolut fairen Wahlkampf lobte und sich eine gute Zusammenarbeit mit Reents vorstellen kann. Ebenfalls auf gute Zusammenarbeit in den sieben Jahren seiner Amtszeit baut SPD-Ratsfrau und -Ortsvereinsvorsitzende Andrea Glunde, um „an Projekten weiterarbeiten zu können, die wir bereits in Angriff genommen haben“.

Ob die Wardenburger von Thomas Wilde auch nach der Wahl noch hören, bleibt abzuwarten. Die Frage nach einer Kandidatur für den nächsten Gemeinderat beantwortete der Astruper der NWZ nicht konkret: „Ich stehe weiterhin mit meinem Engagement zur Verfügung.“ Die über 45 Prozent an Wählerstimmen sehe er auch als Verpflichtung an.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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