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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Wenn die Gilde auf Schäuble hört

19.03.2015

Wildeshausen Varoufakis hin, Schäuble her – die Griechenlandkrise hätte längst gelöst sein können. Schon 2012, so erinnerte Oberst Ernst Frost, hatte er angeboten, das Gildefest auf der Akropolis abzuhalten. „Griechenland wäre im Nu saniert gewesen“, so der Oberst. Aber für die Gildewaffen habe es damals keine Exportgenehmigung gegeben. „So türken die Griechen weiterhin ihre Zahlen“.

Und auch ein kürzlicher Flug des Oberst mit Wolfgang Schäuble dürfe daran nicht viel ändern. Denn der Finanzminister sieht bei der Gilde ganz anderen Handlungsbedarf. „Wir sollen unser Fest evaluieren“, berichtete der Oberst in seiner launigen Rede. Die Gilde sei ja quasi ein Unternehmen mit 3500 Angestellten und Führungskräften. „Wir müssen Datenberge analysieren und anschließend optimieren.“

Festredner der vergangenen Jahre

Ein Überblick über die Festredner der letzten Jahre (und damalige Funktion):

2014 Dr. Werner Brinker, EWE-Vorstandsvorsitzender

2013 Hans Graulich, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes

2012 Patrick de La Lanne, OB Delmenhorst

2011 Volker Wieker, Generalinspekteur

2010 Dr. Stephan Kaulvers, Vorstandschef Bremer Landesbank

2009 Philipp Rösler (FDP), Wirtschaftsminister Nds.

2008 David McAllister, CDU-Fraktionschef im Landtag

So stellt sich der Oberst einen Gilde-Schrittzähler für den Ausmarsch vor. Außerdem müssten die Trinkmengen erfasst werden. „Die Mengen sollten wir lieber in Hektolitern angeben, dann wird die Zahl kleiner“. Auch die Gesangsqualität müsse überprüft werden – notfalls beim Gruppenüben mit Gotthilf Fischer, „bis wir atemlos sind“.

Auch fürchtet der Oberst schon Fin-di-Gi-Demonstrationen (Frauen in die Gilde). Evaluiert werden soll auch die Arbeit des Stadtrats. Und wer nicht mitzieht, dem droht harter Drill in der Wildeshauser Wüste – „das von der Stadt so günstig wiederbelebte Areal gegenüber der Auszeit“.

Für Jens Kuraschinski gab es beim Schaffermahl eine Premiere. Der neue Bürgermeister durfte seine erste Generalsrede halten. Und dabei bot er einen historischen Abriss. Ursprünglich habe es ein Festmahl mit Braten gegeben. Doch in schwierigen Zeiten wurde dann nur noch Hering gereicht. Schließlich fand das Mahl gar nicht mehr statt. „1977 hat es Wilfried Bonke als Bürgermeister wiederbelebt“, lobte Kuraschinski.

Ein anderer Ex-Bürgermeister sorgte für einen weiteren Höhepunkt. Franz Duin ging die Gästeliste in einem platt-hochdeutschen Vortrag an. Und dabei erläuterte er auf humorvolle Art, woher denn so mancher Name stammte. Der der Festredners sei übrigens aus Holland und bedeute Hering.

Carsten Harings konterte anschließend prompt. Ein Holländer könne er nicht sein. „Mein Sohn spielt schließlich ziemlich gut Fußball“. Dann forderte der Landrat die Gäste auf, ruhig beherzt dem Alkohol zuzusprechen. „Umso lustiger wird meine Rede für Sie“. Und mit einem Beamten-Witz hatte er gleich die Lacher auf seiner Seite. Doch er spielte auch die ernste Karte und betonte die Gemeinsamkeit. „Lassen Sie uns die Dinge gemeinsam anpacken“. Nur miteinander sei man stark.

Ein weiteres ernstes Thema sei die Flüchtlingsproblematik. „Wir brauchen hier im Landkreis eine Willkommenskultur“, mahnte der Landrat. Auch Schuldenabbau ohne Investitionsstopp und das Thema Bildung seien herausragend. Mit dem Wolf wurde es dann wieder heiter. Harings verriet, dass das Umweltministerium eine „temporäre Lebendentnahme aus dem Naturraum“ angeordnet habe. „Man könnte auch einfangen sagen.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 
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Jasper Rittner
Redaktionsleitung
Redaktion Westerstede/Oldenburg
Tel:
04488 9988 2601

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