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NWZonline.de Region

Wenn Gildebrüder die Arme heben

22.02.2016

Wildeshausen In der „Location Schmidt“, der Lagerhalle an der Spengler Straße in Wildeshausen, konnten es die Gildemitglieder am vergangenen Sonnabend während der Generalversammlung der Wildeshauser Schützengilde wohl aushalten. Jens Kuraschinski, General der Gilde, dankte dafür besonders Siegbert Schmidt, der es mit seinem Firmenteam ermöglicht hatte, dort tagen zu können, wo sonst Ausrüstungsgegenstände und Ersatzteile der Firma Paul Schmidt lagern.

Halle noch als Puffer

„Bekanntlich werden drei Turnhallen für Flüchtlinge vorgehalten. Zwar sind die Widukindhalle und die Gymnasium-Sporthalle wieder frei, werden aber noch als Puffer für neue Flüchtlinge benötigt“, erklärte Kuraschinski. Umso erfreulicher war die Tatsache, am Sonnabend in der Firmenhalle die traditionelle Generalversammlung der Gilde abhalten zu können.

Finanzen der Schützengilde und Totenlade

Bei den Finanzen liegt die Wildeshauser Schützengilde weiterhin auf Zuwachskurs. 3581 (Vorjahr 3555) Mitglieder zählt die Gilde, wie Schatzmeister Siegbert Schmidt berichtete. 432 seien beitragsfrei. „Das ist relativ viel“, meinte Schmidt und fing sich entsprechende Bemerkungen aus der Menge der Generalversammlung ein. Entsprechend folgte auch der Antrag, künftig nach 50 Jahren Gildemitgliedschaft Beitragsfreiheit zu geben. Bislang musste das 65. Lebensjahr erreicht sein und eine 40-jährige Mitgliedschaft nachgewiesen werden.

Die Beiträge und die Einschreibegebühr bleiben konstant. Im vergangen Jahr konnte ein Überschuss von knapp 12 000 Euro im Gildehaushalt erwirtschaftet werden.

Bei der Totenlade der Wildeshauser Gilde sehen die Finanzen auch gut aus. Die Versammlung fand, wie gewohnt, vor der Generalversammlung statt. 5835 Mitglieder – 5820 waren es im vergangenen Jahr – schlagen zu Buche. Der Überschuss beträgt 34 771,19 Euro, im Vorjahr waren es 40 649,88 Euro). Der Geldbestand beträgt 610 513,81 Euro.

Gleichzeitig betonte Kuraschinski, dass er nun ein Jahr als General tätig sei und zum zweiten Mal die Versammlung leite. „Das ist bisweilen ein harter Job und gar nicht so einfach, immer die richtigen passenden Worte bei den vielen verschiedenen Anlässen zu finden.“ Damit dankte er auch dem Offizierskorps für die gute Unterstützung.

Gildeoberst Ernst Frost ließ in seiner Ansprache das vergangene Gildefest Revue passieren. Für ihn ist es in diesem Jahr das letzte Gildefest in der Funktion als Oberst. Seine zweite Amtszeit läuft ab. Laut Statuten muss nun der nächste dienstälteste Offizier den Posten übernehmen.

98 neue Rekruten

Der Oberst erinnerte an die Verpflichtung von 98 neuen Rekruten und an den Aus- und Einmarsch mit knapp 3000 Gildemitgliedern, der immer ein Bild des Zusammenhalts darstelle. „Hier marschiert der Meister noch neben den Gesellen in Reih‘ und Glied.“

Die Berichte der Kompanien und deren Anregungen nahmen einen breiten Raum ein. Ein kleiner Fauxpas unterlief Kuraschinski beim Aufrufen der Kompanien in der Reihenfolge. Gewöhnlich hat die Königskompanie zuerst das Wort. Doch aufgerufen wurde die Ratskompanie. Manfred Heinrichs berichtete aus der jüngsten Versammlung und forderte, dass der Kremser am Pfingstdienstag nicht mehr in der Westerstraße anhält, sondern in der Heiligenstraße, um einen Stau zu vermeiden. Außerdem wurde bedauert, dass Oberst Ernst Frost nicht wiedergewählt werden kann.

Jürgen Luthardt trat für die Königskompanie zum Bericht an und beschwerte sich beim General: „Hier klappt ja gar nichts.“ Für den nicht ganz ernst gemeinten Einwand erntete er selbstverständlich Beifall. Eigentlich hätte erst die Königskompanie Bericht erstatten müssen. Übrigens wurde Luthardt vor 50 Jahren König.

Lärm durch Säge beklagt

Ebenso launig folgte der Bericht der Kompanie Cornauer Tor. Hauptmann Heiner Hüls berichtete von Beschwerden über den Motorsägenkünstler auf dem Marktplatz, der mit seiner Säge für Lärm gesorgt habe, nachdem die elektrisch betriebenen Sägen nicht wieder aufgeladen werden konnten.

Jochen Meyer hielt für die Kompanie Westertor den Bericht ab. Und schilderte den Wunsch, das „Dorftaxi“ (die Schubkarre) wieder einzuführen, damit junge Wachesoldaten die Angetrunkenen nach Hause bringen. „Das habe ich aber abgelehnt.“

„Ich weiß. Ihr wollt gern Bier trinken“, sagte Hauptmann Artur Gabriel (Kompanie Huntetor) in die Menge und legte in seinem Bericht einen Zahn zu. Für die Wachkompanie stellte Detlef Hohn die gute Ausbildung und Einsatzbereitschaft der Wachkompanie mit 75 Soldaten in den Vordergrund.

Klares Votum

Und schließlich fehlte auch in diesem Jahr nicht die Abstimmung, ob das Gildefest denn auch in 2016 gefeiert werden soll. Die hochgereckten Arme der Gildemitglieder sprachen Bände: „Pingsten ward fiert“. Das Gildefest findet vom 15. bis 21. Mai in der Kreisstadt statt.

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