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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Wie behinderte Menschen von Nazis verfolgt wurden

17.11.2015

Wildeshausen Zehntausende psychisch kranke, geistig behinderte und sozial auffällige Männer, Frauen und Kinder sind zwischen 1933 und 1945 der NS-Euthanasie zum Opfer gefallen. Darunter waren auch Menschen aus Wildeshausen und Umgebung.

Der Historiker Dr. Ingo Harms vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg hat diese Opfer identifiziert und die Mordmethoden aufgedeckt. Anhand von Krankengeschichten stellt er an diesem Dienstag, 17. November, um 20 Uhr im Rathaussaal in Wildeshausen die historischen Zusammenhänge zwischen Zwangssterilisation und Krankenmord her.

Die Vortragsreihe „Geschichte im Rathaus“ wird vom Bürger- und Geschichtsverein organisiert, dieses Mal in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Für Demokratie und Toleranz“ im Präventionsrat der Stadt Wildeshausen.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 geriet auch die Taubstummenanstalt in Wildeshausen in den Sog ideologischer Bevormundung, indem man sie an der Durchführung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ beteiligte.

Die Taubstummenanstalt war 1820 als „Lehr- und Erziehungsinstitut für Taubstumme“ gegründet worden und nahm ihren Betrieb zunächst in dem Eckhaus an der Wester-/Düsternstraße mit zwei Schülern auf. 1824 zog sie in das alte Oldenburgische Posthaus an der Herrlichkeit. Die Entstehung und Entwicklung der Schule ging auch auf das soziale Engagement des Oldenburger Großherzogs Peter Friedrich Ludwig zurück. Bis 1861/62 wurde die Taubstummenanstalt als Internat geführt – danach wurden die Schüler, deren Zahl kontinuierlich zunahm und 1879 bei 46 lag, in Wildeshauser Familien untergebracht. 1895 wurde das alte Posthaus abgerissen und an der Stelle das neue Gebäude in neoklassizistischem Stil errichtet. 1908 entstand die benachbarte Turnhalle. 1984 wurde die Einrichtung nach einem Beschluss des Innenministeriums nach Oldenburg verlegt.

Referent Harms hat zum Thema NS-Euthanasie in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen promoviert. Derzeit ist er an einem bundesweiten Forschungsprojekt zur Geschichte der Psychiatrie unter dem Titel „Nach dem Krankenmord“ während der alliierten Besatzungszeit beteiligt.

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