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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Polizist wollte eigentlich gar nicht treffen

18.05.2018

Wildeshausen /Dosse Wann hat es das zuletzt gegeben: Ein amtierender Bürgermeister marschiert mit der Königskompanie aus? Für Karl Tedsen, der am 24. Februar vergangenen Jahres die Amtskette des Bürgermeisters im brandenburgischen Neustadt/Dosse erhalten hat, geht damit ein Traum in Erfüllung. „Meine Frau Gisela und ich kommen gern zum Gildefest“, sagt der pensionierte Polizist im NWZ-Gespräch. In Wildeshausen will er den Orden für 40-jährige Mitgliedschaft in der Königskompanie persönlich in Empfang nehmen.

Tedsen war 1978 CDU-Fraktionschef im Wildeshauser Stadtrat, als er auf den Papagoy schoss. „Wir waren damals eine illustre Runde. Unter anderem war Fritz Nordmann dabei. Und jeder hatte so seinen Ehrgeiz“, erzählt der heute 72-Jährige. Eigentlich habe die Truppe nur „aus Jux und Dollerei“ geschossen. Ausgerechnet habe er sich nicht viel. Als Polizist habe er auch keine Vorteile an der Vogel­stange gehabt. „Man schießt dienstlich ja nicht auf 32 Meter Höhe mit einem Kleinkaliber.“ Als der Papagoy dann fiel, habe er wohl „eine andere Gesichtsfarbe“ bekommen, erinnert sich Tedsen. „Das war so nicht geplant.“

Auch seine damalige Ehefrau Silke fand den Sieg „nicht gerade berauschend“. Die erste Frage damals: Wohin mit den Kindern Gesa, Meike und Insa? Diese seien damals bei der Familie Bergemann untergekommen. Schließlich stand am Pfingstdienstag (und danach) ein langes Programm an. Den Königstanz habe er sehr genossen, so der Ex-Polizist, der viele Jahre Stationsleiter in Ganderkesee war.

Für die restlichen Tage des Gildefestes gibt es ein festes Programm, bei dem der König auch nicht fehlen darf. Eigentlich sollte Tedsen am Mittwoch wieder seinen Dienst antreten. Doch sein damaliger Chef Werner Schröder von der Verkehrspolizei in Delmenhorst habe Verständnis für die „neue Situation“ gezeigt. Auch mit dem damaligen Gastkönig Onno Langhorst und Schaffer Wilhelm Meyer, inzwischen Oberst, habe er sich prima verstanden.

Tedsen baute nach dem Mauerfall gemeinsam mit anderen Wildeshausern, darunter Unternehmer Rolf Hüffermann, die Städtepartnerschaft zu Neustadt/Dosse auf. Seit seiner Pensionierung im März 2006 lebt er im Brandenburgischen. Weil sich eine Amtsvorgängerin Sabine Ehrlich (SPD) beruflich verändert hat, wählte die Stadtverordnetenversammlung ihn vor einem Jahr zum Bürgermeister. Der 72-Jährige tanzt quasi „auf zwei Hochzeiten“: Er ist nicht nur Bürgermeister von Neustadt, sondern auch Vorsitzender des Amtsausschusses. Zum „Amt“ gehören sechs Mitgliedsgemeinden. Mit Amtsdirektor Dieter Fuchs sei er „auf einer Wellenlänge“. Gemeinsam wolle man viel für die Bürger erreichen. So werde gerade die Sportanlage für 1,4 Mio. Euro saniert; auch das Freibad werde erneuert. Sanierungsbedarf hat auch die weiterführende Schule: Doch wie Dosse mit seinen rund 7800 Einwohnern die Investition von insgesamt 13 Mio. Euro wuppen soll, stehe völlig in den Sternen. Das größte Problem im Land Brandenburg ist aus Tedsens Sicht der Finanzausgleich: „Leider wird die Fläche vergessen.“

Die Politik wird Tedsen beim Gildefest aber „außen vor“ lassen. Der Ausmarsch zum Thron-Jubiläum gilt als Ehrensache. „Ich freue mich schon, mit an der Spitze der Königskompanie auszumarschieren.“ Auch gute Freunde will der Wahl-Brandenburger treffen. Aber vor allem gelte: „Ich lasse alles auf mich zukommen.“

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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