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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Über Arbeit, die aus Einsicht geschieht

24.09.2019

Wildeshausen Zu einem außerordentlich unterhaltsamen Abend rund um das Thema Ehrenamt hatten die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wildeshausen, die Freiwilligenagentur „Misch mit!“ und die Privatschule Gut Spascher Sand eingeladen. Der frühere Bremer Bürgermeister Henning Scherf, fast 81 Jahre alt, zog die Zuhörerschaft in der Aula der Schule in seinem Bann. Dabei gab es auch persönliche Begegnungen.

Hände geschüttelt

Wie bei jeder Veranstaltung mit dem „langen Henning“, wie ihn die Bremer gelegentlich nennen, fehlte auch diesmal das Händeschütteln mit jedem Gast nicht. Dabei stieß Scherf auf frühere politische Begleiter, so wie die ehemalige SPD-Ratsfrau Gerda Lehmensiek oder Günter Graf, von 1987 bis 2002 SPD-Bundestagsabgeordneter aus Friesoythe, den der Bremer in Wahlzeiten unterstützt hatte. Selbst Pastorin Beatrix Konukiewitz, die den Abend zusammen mit „Misch mit“-Geschäftsführer Thorben Kienert und Spasche-Geschäftsführer Henning Emler von Maydell eröffnete, hatten schon ihre Begegnung mit Henning Scherf gehabt. Das war 2004, als Werder Bremen zuletzt Deutscher Meister wurde. „Dort sahen wir uns in der Ostkurve“, erinnerte sich die Pastorin.

So wurde der Abend mit Henning Scherf bestens eingeleitet. „Ehrenamt ist die freiwillige Arbeit, die nicht monetär gestaltet ist, sondern aus Einsicht geschieht“, hob von Maydell eingangs hervor. Kienert betonte, dass Langeweile, Einsamkeit und perspektivische Aussichtslosigkeit Menschen dazu verleiten würden, extreme Parteien zu wählen. Sie in die Mitte zu holen, positive Denkansätze und politische Haltung zu vermitteln, sei auch Aufgabe von „Misch mit“.

„Ich habe gelernt, dass man nur mit Freunden etwas erreichen kann“, erklärte Scherf. „Heute kann ich auch nur hier stehen, weil die Kirche mich geschützt hat. 1945 war alles kaputt. Viele standen unter Schock, konnten nicht über das Erlebte an der Front und Zuhause reden.“

Scherf erinnerte an Bremens ersten Nachkriegsbürgermeister Wilhelm Kaisen, aber auch an den Juristen und Politiker Oskar Schulz (SPD). Er habe in Bremen Hoffnung gegeben und Mut gemacht. „Das hat mich ebenfalls stark geprägt. Es wurden wieder Plätze geschaffen für Kinder mit aufrechtem Gang.“

Mit Förderung des Evangelischen Studienwerks Villigst studierte Scherf ab 1958 Rechtswissenschaften und Soziologie in Freiburg. 1968 promovierte er zum Dr. jur. und war ab 1971 als Rechtsanwalt in Bremen tätig.

Nicht wegschauen

Heute sieht Scherf seinen Weg als lange Erfahrung für ein Teilen und ein Miteinander. Ohne auf Geld zu achten, etwas für die Allgemeinheit und den Nächsten zu tun, sei eine gute Idee. „Ich tue etwas. Ich schaue nicht weg“, sei die Quintessenz seiner vielen Erfahrungen im Leben. Und hier schloss sich der Kreis: Denn das Ehrenamt helfe Menschen – und das ohne Entlohnung. Es gebe Zufriedenheit für den Einzelnen. Diesen Rat gab Scherf den Zuhörern mit auf den Weg.

Die Veranstaltung in der Spascher Schule war zugleich ein Beitrag zur Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Sie wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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