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Empörung In Wildeshausen: Streit um „nutzlosen Parkplatz“

23.11.2019

Wildeshausen Auf ein geteiltes Echo in der Politik stoßen die Überlegungen der Wildeshauser Stadtverwaltung, einen neuen, öffentlichen Parkplatz mit 160 Stellflächen hinter der Gaststätte „Gildestube“ in Zwischenbrücken, am sogenannten Umleiter für die Hunte, anzulegen. „Das ist nun wirklich unglaublich“, empört sich der UWG-Fraktionsvorsitzende Rainer Kolloge. „Ganz Deutschland redet vom Umwelt- und Klimaschutz und in Wildeshausen sollen einige tausend Quadratmeter teilweise im Überschwemmungsgebiet liegendes Grünland für einen völlig nutzlosen Parkplatz asphaltiert werden.“

Kein Berufspendler und kein Besucher der Stadt werde an dieser weit entfernt gelegenen Stelle parken und sich dann auf den Weg in die Innenstadt machen, so die UWG in einer Pressemitteilung. Als „offenkundigen Unsinn“ bezeichnet auch UWG-Ratsherr Heiner Spille das Parkplatz-Projekt. Und selbst wer im Bereich Zwischenbrücken Besorgungen machen wolle, habe dort sowie am nahe gelegenen Rewe-Standort zahlreiche Parkplätze zur Auswahl. „Für ein solches Projekt dürfen keine naturnahen Wiesen und erst recht nicht die wenigen Überschwemmungsflächen in Wildeshausen geopfert werden“, erklärt Kolloge weiter.

Für die UWG sei es im Übrigen auch nicht verständlich, warum so plötzlich in der Stadt eine große Parkplatznot entstanden sein soll. Als die an den Vorplatz der alten Feuerwache angrenzende Parkplatzfläche im rückwärtigen Bereich der Huntestraße an eine Privatperson abgegeben werden sollte, wurde ein Mangel an Parkplätzen von der Verwaltung auf Nachfrage der UWG noch nicht gesehen. Vor diesem Hintergrund hegt die Fraktion den Verdacht, dass der tatsächliche Anlass für die jetzigen Planungen auch darin liegen könnte, dass einige durchaus einflussreiche Besitzer von Grundstücken im betroffenen Bereich in Zwischenbrücken eine in der Vergangenheit von ihnen beantragte, vom Rat aber mit guten Gründen abgelehnte, rückwärtige Erschließung ihrer Grundstücke nunmehr „durch die Hintertür“ erreichen möchten.

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„Auch wir sehen das eher kritisch“, gab der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Woldemar Schilberg auf NWZ-Anfrage die Meinung seiner Fraktion wieder. Die Parkplätze lägen zu weit entfernt vom Stadtzentrum und würden wohl kaum angenommen werden. Die SPD wolle prüfen lassen, ob weitere Stellflächen an der Ladestraße, nah zum Bahnhof, möglich seien. CDU-Fraktionschef Wolfgang Sasse riet, das Gesamtkonzept für den Verkehr – und dazu gehöre auch der ruhende Verkehr – abzuwarten. Er warnte davor, schon jetzt das Konzept der Verwaltung „in Einzelteile“ zu zerlegen. Klar sei aus Sicht seiner Fraktion, dass die Natur nicht zerstört werden dürfe.

Für eine „Entflechtung“ der angespannten Parkplatzsituation in Wildeshausen sprach sich Bernhard Block (CDW) aus. „Wir werden dem Vorschlag wohl zustimmen.“ Unter bestimmten Bedingungen könnten auch die Grünen den Parkplätzen zustimmen, meinte Ratsherr Klaus Schultze. Die Anbindung zur Stadt müsse aber gelöst werden.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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