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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

So zeigen Wildeshauser Schüler Haltung gegen Hass

28.01.2020

Wildeshausen Zwölf Namen haben Amina Ramadan (17) und Leandro Leite-Marques (17) am Montagmorgen auf dem jüdischen Friedhof in Wildeshausen aufgezählt: Es waren die Namen der zwölf Wildeshauser Juden, die dem Nazi-Regime zum Opfer gefallen sind. Sie wurden im Rahmen der Gedenkfeier anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren vorgelesen.

„Mehr als eine Million Menschen kamen in Auschwitz ums Leben“, hatte zuvor Bürgermeister Jens Kuraschinski in seiner Rede deutlich gemacht. Er sowie Birte Hogeback waren stellvertretend für die Stadt anwesend. Die Nazis hätten eine fürchterliche Blutspur nach sich gezogen. In Hinblick auf das Attentat in Halle im vergangenen Jahr, das Menschen in einer Synagoge galt und bei dem zwei Menschen getötet wurden, machte Kuraschinski darauf aufmerksam, dass unter anderem Synagogen von der Polizei beschützt werden müssten: „Das ist beschämend.“

Stellvertretend für die Jüdische Gemeinde zu Oldenburg waren Bodo Gideon Riethmüller, Ernst Sittig, Ari Eisel und Igor Lev anwesend. Unter anderem Schmerz, Dreck, Tod, Hunger und Brutalität nannte Riethmüller als Merkmale des Systems „inmitten einer zivilen Welt“. „Auch Sinti und Roma fielen der Rassentheorie zum Opfer – sie sind in unsere Gedanken mit eingebunden.“ Um Antisemitismus zu bekämpfen, müsse man eine klare Haltung zeigen. Wenn beispielsweise jüdische Friedhöfe geschändet würden, „ist es unsere Pflicht, aufzubegehren“. Er betonte, wie wichtig es sei, dass sich Schülerinnen und Schüler über die Geschichte informierten und dass Gedenkstätten wie Bergen-Belsen besucht würden. Man dürfe nicht wegschauen, um nicht zum Helfer solcher Verbrechen zu werden.

„Dieses Thema muss einen großen Stellenwert im Unterricht einnehmen“, betonte auch Kerstin Timmen, Kunstlehrerin an der Hauptschule Wildeshausen. Wegschauen wollen die Schülerinnen und Schüler nicht. Das zeigten sie in einer Ausstellung, die im Anschluss an die Gedenkfeier eröffnet wurde. Der zehnte Jahrgang hatte sich in Timmens Kunstunterricht mit Leben und Werken des jüdischen Künstlers Felix Nussbaum auseinandergesetzt und Kopien seiner Bilder angefertigt.

„Die Menschen müssen wissen, wie schlimm es damals war, und dass so etwas nie wieder passieren darf“, erklärte Tim Louis Klingbeil. Der 16-Jährige hatte sich mit Nussbaums „Selbstbildnis mit Judenpass“ beschäftigt, einem der bekanntesten Werke des Künstlers. „Es ist wichtig, dass Jugendliche über die NS-Zeit aufgeklärt werden, da das ein Teil unserer Geschichte ist“, fand auch sein Mitschüler Dimitri Koch.

In einem weiteren Teil der Ausstellung gaben die Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs den in Auschwitz ermordeten Juden, Sinti und Roma ein Gesicht. Neben Fotos erzählen dort Häftlingskarten aus dem Lager die Geschichten der Verstorbenen.

„Es ist ein Auftrag für alle Zeiten, dass so etwas nie wieder geschehen darf.“ Diese deutlichen Worte fand Schulleiterin Dorit Hielscher in ihrer Rede zur Eröffnung. Auch Kuraschinski und Riethmüller sprachen dort zu den Schülerinnen und Schülern.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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