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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Polizeischutz für jüdische Gottesdienste

11.10.2019

Wildeshausen /Halle Wie gefährlich ist zurzeit die Situation für jüdische Gemeinden? Diese Frage stellt sich seit Donnerstag: In Halle (Saale) hatte ein bewaffneter, vermutlich antisemitscher und rechtsextremer Mann versucht, in eine Synagoge einzudringen. Vor der Synagoge und in einem Döner-Imbiss tötete er zwei Menschen.

Bedrückung und Wut

Zu dem Zeitpunkt befand sich Bodo Gideon Riethmüller in der Synagoge der Stadt Oldenburg. Der Wildeshauser ist Beisitzer der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg und engagiert sich zudem in der Wittekindstadt.

Riethmüller war mit weiteren Gemeindemitgliedern in der Synagoge, um anlässlich des jüdischen Feiertags Jom Kippur zu beten. Um 15 Uhr, als gerade eine Pause eingelegt wurde, rief der Staatsschutz aus Verden auf Riethmüllers Handy an. Ob Veranstaltungen auf dem jüdischen Friedhof geplant seien? Zum Hintergrund: Bodo Riethmüller zeichnet für alle jüdischen Friedhöfe in Niedersachsen verantwortlich.

Nein, es sei nichts geplant – warum?, wollte er wissen. „Dann habe ich erfahren, was passiert ist. Ich bat den Verdener Staatsschutz, mit dem Staatsschutz in Oldenburg Kontakt aufzunehmen.“ Es dauerte eine halbe bis eine Stunde, schätzt Riethmüller, bis Streifenwagen ausrückten und um die Synagoge platziert wurden. „Mein Sohn, der Professor in Yale ist, hat sich unmittelbar nach der Veröffentlichung der Vorfälle in Halle sofort nach meiner Situation in Oldenburg erkundigt.“

Nach der Pause ging es in der Synagoge weiter. „Wir haben für die Opfer und deren Angehörige gebetet.“ Angst habe er persönlich nicht gespürt, sagt der Wildeshauser. Eher Bedrückung und Wut.

Erhöhte Wachsamkeit

Dass Schweineköpfe vor der Synagoge lagen, hat die Gemeinde bisher erlebt. „Aber noch keine Belästigung. Ich konnte immer mit meiner Kippa auf die Straße gehen.“ Angesichts des Vorfalls werde er aber überlegen, ob er sich in der Öffentlichkeit als Jude zu erkennen geben werde. „Ich denke, die Situation erfordert von allen erhöhte Wachsamkeit“, sagt Riethmüller. „Die Situation ist für die Juden in Deutschland in den letzten vier Jahren nicht einfacher geworden. Aber wir werden weiterhin unsere Synagoge in Oldenburg besuchen. Da lassen wir uns von keinen noch so schlimmen Antisemiten abhalten.“

Polizeischutz gab es auch in Delmenhorst: Die Polizeidirektion Oldenburg teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass die Sicherheitsmaßnahmen an der Synagoge am Mittwoch vorsorglich erhöht wurden. Die Polizei war während des Gottesdienstes mit mehreren Einsatzkräften präsent. Anschließend wurden weitere Schutzmaßnahmen vorgenommen. Diese werden – unter fortwährender polizeilicher Beobachtung der Lage – zunächst fortgesetzt.

In Wildeshausen ist Angelika Stelter Mitorganisatorin der Konzertreihe „Rock gegen Rechts“. „Ich denke schon, dass sich die Lage zuspitzt“, sagt sie über die rechtsextreme Szene. „Nächstenliebe, gegenseitige Hilfe und Unterstützung im direkten Umfeld bleiben mehr und mehr auf der Strecke.“

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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