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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Kaserne wird heute nach Wildeshauser umbenannt

28.03.2018

Wildeshausen /Hannover Seltene Ehre für einen Wildeshauser: Die Emmich-Cambrai-Kaserne in Vahrenwald bei Hannover wird an diesem Mittwoch umbenannt in „Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne“. Neben Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) werden auch Angehörige des 2011 gefallenen Tobias Lagenstein bei dem feierlichen Appell anwesend sein, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin auf NWZ-Anfrage bestätigte. Ohne die Zustimmung der Familie wäre es nicht zur Umbenennung gekommen, sagte Lagensteins Mutter Brigitte Schüller. Mehr wollte sie nicht sagen. Die Initiative, die Kaserne umzubenennen, kam im Juni 2017 aus den Reihen der Truppe.

Außerordentlich beliebt

Tobias Lagenstein war in Afghanistan als Personenschützer im Einsatz und kam dort am 28. Mai 2011 im Alter von 31 Jahren durch ein Sprengstoffattentat im Gouverneurspalast der Stadt Taloqan ums Leben. Der Wildeshauser ist der erste im Einsatz gefallene Feldjäger seit Bestehen der Bundeswehr.

Tobias Lagenstein     Bild: Archiv/Pingel

Der Anschlag in Afghanistan, bei dem auch ein 43 Jahre alter Major ums Leben kam, hatte die Menschen in Wildeshausen damals schwer erschüttert. „Tobias hatte seit 2007 in unserer 2. Mannschaft gespielt“, erinnert sich Marcel Bragula, heute Trainer der 1. Herren-Mannschaft des VfL Wittekind. Der Fußballer galt als „außerordentlich beliebt“. „Er war ein pflichtbewusster Soldat und ein guter Kamerad“, sagt Bragula, der selbst Berufssoldat ist. Die Nachricht vom Tod Lagensteins erhielt die Mannschaft damals an einem Samstag. Das Team traf sich dann am Sonntag im Krandel und sagte das Spiel in Dötlingen ab. Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags in Afghanistan hatten damals Unbekannte sogar Trauerflore an diversen Ortseingangsschildern angebracht.

Neben der zentralen Trau­er­feier in Hannover, an der auch der damalige Wildeshauser Bürgermeister Dr. Kian Shahidi teilnahm, wurde auf Initiative von Freunden und Bekannten des getöteten Hauptfeldwebels auch eine Gedenkfeier auf dem Wildeshauser Marktplatz durchgeführt. In sozialen Netzwerken hatten Freunde Lagensteins ihr Profilbild geändert. Zu sehen war dort ein Sarg mit Deutschland-Fahne und Gefechtshelm. Darunter stand: „Man ist erst tot, wenn man vergessen wird.“

Soldat nicht vergessen

Auch die Soldatinnen und Soldaten der Emmich-Cambrai-Kaserne, in der bis zu 1400 Frauen und Männer untergebracht sind, haben Lagenstein, der im Frühsommer 2011 auf dem Wildeshauser Friedhof bestattet wurde, nicht vergessen. Der Vorstoß, die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr umzubenennen, kam im Zuge des Skandals um den rechtsextremen Soldaten Franco A. Im Juni 2017 hatten die Feldjäger eine Petition gestartet, die Kaserne umzubenennen. Anschließend mussten die Angehörigen, der Inspekteur des Kommandos Streitkräftebasis, die Stadt Hannover und das Verteidigungsministerium zustimmen. Die Feldjäger wollten der Kaserne einen unbelasteten Namen geben. Nach der formellen Umbenennung trägt eine Kaserne erstmals den Namen eines im Auslandseinsatz gefallenen Bundeswehrsoldaten.

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Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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