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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Unterstützung für Osteuropäer

21.11.2019

Wildeshausen /Landkreis „Wir müssen den Bulgaren ein Gesicht geben.“ Mit diesen Worten richtete sich Wolfgang Sasse (CDU) in der Sitzung des Integrations- und Gleichstellungsausschusses des Landkreises am Dienstag an die Ausschussmitglieder und Kreismitarbeiter. Es sei wichtig, die Migranten aus den osteuropäischen Ländern – in Wildeshausen stammen viele von ihnen aus Bulgarien – ernst zu nehmen.

Als positives Beispiel nannte Sasse ein bulgarisches Schulangebot an den Wochenenden. Rund 25 Kinder aller Jahrgangsstufen nehmen an dem von der bulgarischen Regierung geförderten Unterricht teil, der vom Verein Rila in Bremen, Bremerhaven und Wildeshausen angeboten wird. „Es gibt momentan viel mehr Interessenten als unser Angebot es hergibt“, sagt Elica Cheng, stellvertretende Vorsitzende. Derzeit wird am Wochenende in den Räumlichkeiten der VHS an der Bahnhofstraße die „Sonntagsschule für Kinder“ angeboten. Unterrichtet werden auf Bulgarisch die Fächer Geschichte, Geografie und Literatur des Landes. Die monatliche Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro. „Die Kinder sind freiwillig bei uns. Wir geben ihnen eine Grundlage dafür, wenn sie später zurück nach Bulgarien wollen“, sagt Cheng. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass die Jugendlichen sich durch die Gemeinschaft auch in der Gesellschaft besser integrieren.

Etwa 1300 Bulgaren waren 2018 in der Stadt Wildeshausen gemeldet. Sie gehören damit zu den knapp 5000 Arbeitsmigranten aus EU-Ländern, die derzeit im Landkreis leben.

Immer mehr dieser Migranten nehmen mittlerweile auch die Hilfe der Migrationssozialarbeit an – das wurde im Ausschuss am Dienstag verdeutlicht. „Zu Beginn unserer Arbeit waren die EU-Bürger sehr skeptisch“, sagt Anastasia Warkentin, Kirchenkreissozialarbeiterin Delmenhorst/Oldenburg-Land. Auch Saskia Kamp, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Delmenhorst/Oldenburg-Land, konnte dieses Verhalten feststellen. „Bei vielen ist die Existenz so fragil, dass es wenig Interesse gibt, sich in einem Netzwerk zu engagieren.“ Schließlich ginge es den Menschen in erster Linie darum, Geld mit ihrer Arbeit zu verdienen. Mit Abebben der Flüchtlingsströme nehmen die Osteuropäer nun einen immer größer werdenden Anteil ihrer Arbeit ein.

Seit Anfang des Jahres beschäftigt sich außerdem eine Steuerungsgruppe mit den Lebensverhältnissen von Arbeitnehmern aus ost- und südosteuropäischen EU-Staaten. Ute Frankenfeld, Integrationsbeauftragte des Landkreises, berichtete den Ausschussmitgliedern von den aktuellen Themen ihrer Arbeit. Besonders die Themen der Orientierung zu Beginn und der Wohnsituation habe man aufgegriffen. So sollen verbindliche Standards erarbeitet und festgelegt werden. Bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt sollen dazu künftig digitalisierte Fragen zu Familiennachzug, Wohnungssituation und Interesse an deutscher Sprache gestellt werden, an denen freiwillig und anonym teilgenommen werden kann.

Lob für die Arbeit von Migrationssozialarbeit und Steuerungsgruppe gab es von allen Parteien. „Wir sind auf einem hervorragenden Weg“, sagte unter anderem Marlies Pape (FDP). Bei der Steuerungsgruppe gibt es laut Ute Frankenfeld für die Zukunft „genug zu tun“. So stehen unter anderem die Aufarbeitung krimineller Strukturen, Schwarzarbeit und die Ansprache an Unternehmen auf der Agenda.

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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