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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Hochzeitssuppe zum Abschluss

17.10.2017

Wildeshausen /Landkreis Für den SPD-Kreisvorsitzenden Axel Brammer war der Wahlsonntag ein besonderer Tag: Am Vormittag stand ein ausgiebiges Frühstück mit der Familie an. Am Abend dann die Überraschung: Mit 222 Stimmen Vorsprung auf CDU-Herausforderin Anne-Marie Glowienka löste der 62-jährige Hatter erstmals das Ticket in den Landtag direkt. Daran hatte er nicht geglaubt. Brammer dankte insbesondere den Jusos – dem SPD-Nachwuchs – für die Unterstützung.

Die SPD wurde bei der Landtagswahl stärkste politische Kraft im Landkreis Oldenburg. Unter Einbezug aller Gemeinden aus dem Wahlkreis 64 (Oldenburg-Land) sowie Großenkneten und Wildeshausen (Wahlkreis 66) kommt die SPD auf 33,55 Prozent der Zweitstimmen. Das entspricht einem Plus von 5,57 Punkten gegenüber der Wahl 2013. Die CDU verliert 2,40 Punkte und kommt auf 32,01 %. Die FDP bleibt mit 11,07 % (minus 3,24) zweistellig. Die Grünen geben 5,57 Punkte ab und landen bei 9,4 % der Zweitstimmen. Die AfD schafft auf Anhieb 6,18 %; auch die Linke gewinnt leicht und kommt auf 2,90 %.

Die Wahlbeteiligung im Landkreis ist von 61,22 % auf 65,79 % gestiegen. Insgesamt gab es 100 326 Wahlberechtigte – 1630 mehr als 2013.

Der CDU-Kreisvorsitzende Dirk Vorlauf sprach von einer „bitteren Niederlage“. Dabei habe sich die CDU im Wahlkreis 64 sogar um 478 auf insgesamt 21 029 Zweitstimmen verbessern können. Glowienka habe als „neue und recht unbekannte Kandidatin“ ein gutes Ergebnis erzielt. Am 21. Oktober wolle der CDU-Kreisvorstand die Zahlen analysieren.

Zufrieden war dagegen FDP-Kreisvorsitzender Niels-Christian Heins (Hatten), der sich ebenfalls um ein Landtagsmandat beworben hatte: „Mit 10,9 Prozent hat die FDP im Wahlkreis 64 das beste Ergebnis in Niedersachsen geholt. Das finde ich super.“ Bei den Erststimmen lägen die Liberalen landesweit auf Platz 5.

„Maßlos enttäuscht“ zeigte sich Eduard Hüsers, Grünen-Fraktionschef im Kreistag. Er hätte sich zwölf bis 13 Prozent im Kreis gewünscht. Gerade weil die Grünen für sauberes Grundwasser und mehr Tierwohl kämpfen, wundere ihn das Wählerverhalten.

Brammer schnitt in seiner Heimatgemeinde Hatten mit 38,8 % am besten ab. Glowienka fuhr in ihrer Heimatgemeinde Dötlingen mit 44,6 % die meisten Erststimmen ein. Ihr bestes Zweitstimmenergebnis holte die SPD kreisweit mit 46,0 % im Wahllokal „Grundschule Sandkrug“; die CDU erzielte in der Gaststätte „Tannenhof“, Bissel, mit 65,3 % ihr bestes Ergebnis. Hochburg der Grünen ist der Naturkindergarten Hosüne (34,4 %); dort fuhr auch die Linke mit 10,0 % ein gutes Ergebnis ein. Die FDP hatte im Golf-Club Tweelbäke mit 25,9 % ihr bestes Wahllokal; für die AfD war es das Dorfgemeinschaftshaus Ahlhorn (14,2 %).

Im Wahlkreis 66 (Cloppenburg-Nord), zu dem auch Wildeshausen und Großenkneten gehören, siegte erneut Karl-Heinz Bley (CDU). Er kam auf 48,1 % (2013: 55,4 %) der Erststimmen; Herausforderin Renate Geuter (SPD) auf 29,4 %. Die 64-Jährige aus Friesoythe, seit 2003 im Landtag, verpasste den Sprung ins Parlament. „Das tut uns in der Seele leid“, sagte der Wildeshauser SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Harms. Geuter habe akribisch für die Kreisstadt und die Region gearbeitet. Erfreut zeigte sich Harms dagegen über den Erfolg Brammers.

Die Verluste der Union liegen nach Ansicht des Wildeshauser CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Wolfgang Sasse „im Trend“. Bley hat in der Kreisstadt bei den Erststimmen 11,26 Punkte eingebüßt. Dies erklärte Sasse mit einer starken FDP. Angesichts des Wahltermins habe es erhebliche Schwierigkeiten gegeben, Ehrenamtliche zu motivieren. Sasse: „Der Einsatz der SPD hat mir imponiert.“

Brammer feierte im Kreis der Wahlhelferinnen und -helfer bis nach Mitternacht. Nach dem anstrengenden Tag stärkte er sich zu später Stunde mit einer Hochzeitssuppe.