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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Frieden braucht starke Bürger

18.11.2019

Wildeshausen /Landkreis Frieden, Freiheit und Mitmenschlichkeit sind keine Selbstverständlichkeiten. Daran hat Bürgermeister Jens Kuraschinski am Volkstrauertag in der Gedenkstunde auf dem Wildeshauser Friedhof erinnert. „Diese Werte müssen errungen – und sie müssen bewahrt werden. Sie brauchen Menschen und Staaten, die für sie eintreten.“ Der Bürgermeister sprach vor Bürgern und Vertretern der Schützengilde, Feuerwehr, Polizei und Reservistenkameradschaft in der gut gefüllten Friedhofskapelle. Das Musikkorps Wittekind und der Männergesangsverein Wildeshausen sorgten für den angemessenen musikalischen Rahmen der Feier.

Das Jahr 2019 sei ein ganz besonderes, stellte der Bürgermeister fest. Im Mai wurde der 70. Jahrestag des Grundgesetzes gefeiert, vor 70 Jahren wurde in den USA die Nato gegründet und vor 20 Jahren der Euro als zunächst bargeldloses Zahlungsmittel in der EU eingeführt. Vor 25 Jahren wurde der Euro-Tunnel eröffnet.

Doch nicht alles, was sich jährte, war positiv. Vor 20 Jahren begann auch der sogenannte Kosovokrieg – erstmals wieder mit deutscher Beteiligung durch die Bundeswehr als Bündnispartner im Ausland. Vor allem aber, so Kuraschinski, begann vor 80 Jahren eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte. Der Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen war der Auftakt zum Zweiten Weltkrieg, in dessen Verlauf 55 bis 60 Millionen Menschen getötet wurden, unzählige jüdische Mitbürger davon im Holocaust. Für die wahnsinnigen Verluste, das Leid und Grauen gebe es im Grunde genommen keine Worte, deshalb sei der Volkstrauertag ein Tag des stillen Gedenkens, der Trauer und der Nachdenklichkeit.

Kuraschinski rief seinen Zuhörern den Anschlag auf die Synagoge in Halle vor einem Monat ins Gedächtnis, der zwei Menschen das Leben kostete. „Glücklicherweise schauen heute Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz anders als zur NS-Zeit nicht mehr einfach weg. Ich hoffe, dass auch die Bevölkerung wachsam bleibt.“ Es sei wichtig, bei jedem Anzeichen von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus einzuschreiten.

Wildeshausens Bürgermeister warnte vor der Entwicklung, dass Großmächte wie die USA oder Russland rücksichtslos eigene Interessen verfolgen, auch auf die Gefahr hin, dass ein neuer kalter Krieg entsteht. Das Handeln mancher Staatsoberhäupter sei fahrlässig und kurzsichtig. Umso wichtiger sei es, dass die Europäische Union als starker Garant für Stabilität, Sicherheit, Fortschritt und Wohlstand nicht weiter zerfalle. Das vor 70 Jahren in Kraft getretene deutsche Grundgesetz mit den in ihm verbrieften Bürger- und Menschenrechten sei weltweit nicht selbstverständlich, seine Werte richtungsweisend und innovativ. Kuraschinski: „Es lohnt sich, immer wieder von neuem dafür einzutreten. Jeder kann hier seinen persönlichen Beitrag leisten.“

Gedenkfeiern in der Stadt Wildeshausen wurden am Sonntagvormittag auch auf dem jüdischen Friedhof in Wildeshausen und am Nachmittag am Ehrenmal in Düngstrup abgehalten. Im Landkreis Oldenburg gab es viele weitere Veranstaltungen, in denen ebenfalls der Opfer von Kriegen, Gewalt und Verfolgung gedacht wurde.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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