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46 Millionen Euro für „Seute Deern“
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Aktualisiert vor 35 Minuten.

Bremerhavener Wahrzeichen
46 Millionen Euro für „Seute Deern“

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Nicht vergessen – wachsam sein

09.11.2019

Wildeshausen Sie hießen Alfred und Golda. Jenny, Jonny und Frieda. Bernhard, Helene, Fritz und Ruth. Moritz und Sophie. Und Arthur. An diese Wildeshauser Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens erinnern heute sogenannte Stolpersteine vor ihren ehemaligen Wohnhäusern in der Wittekindstadt.

Bei einem Erinnerungsgang, den der Arbeitskreis für Demokratie und Toleranz des Präventionsrats Wildeshausen gemeinsam mit Auszubildenden der Stadt organisiert hatte, gedachten am Freitagnachmittag rund 50 Menschen der Jüdinnen und Juden, die während des Nationalsozialismus in Wildeshausen leiden mussten, verhaftet, deportiert, getötet wurden.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland mehr als 1400 Synagogen, Tausende jüdische Geschäfte wurden zerstört. Die Nacht markiert den Beginn der systematischen Verfolgung von Juden im Nationalsozialismus.

Von „einer der dunkelsten Stunden unserer Geschichte“ sprach Bürgermeister Jens Kuraschinski in seiner Ansprache vor Beginn des Erinnerungsgangs auf dem Marktplatz. „Wie konnten Menschen in Deutschland anderen Menschen solches Leid antun? Hatten sie kein Gewissen?“, fragte er.

Der Gang führte an der Stele zum Gedenken an die Wildeshauser Synagoge in der Huntestraße sowie an den fünf Stolpersteinen der Stadt vorbei. Die Synagoge wurde am 10. November 1938 zerstört – „am helllichten Tag“, wie Peter Heinken vom Arbeitskreis für Demokratie und Toleranz betonte. „Wir wissen nicht, was die Menschen, die damals einfach daran vorbeigingen, gedacht haben. Für uns heute ist nur wichtig zu wissen: Das war eine Tat, bei der man eigentlich nicht zuschauen konnte.“

Azubis der Stadt erzählten bei den fünf Stolpersteinen die Geschichten der jüdischen Menschen, die in den Häusern wohnten und legten Rosen für sie nieder. Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Wildeshausen hatten die Steine zuvor geputzt.

Auf den Erinnerungsgang folgte eine Gedenkstunde des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen auf dem jüdischen Friedhof. Bodo Riethmüller, Wildeshauser und Beisitzer der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, nahm in seiner Ansprache Bezug auf den antisemitischen Anschlag in Halle im Oktober: „Hat der Antisemitismus in diesem Lande ein Ausmaß erreicht, das mit der Zeit des Dritten Reichs gleichzusetzen ist? Natürlich nicht, aber er ist nicht mehr zu leugnen und wird immer stärker.“

Auch Kuraschinski äußerte Bedenken angesichts der zunehmenden Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland. Einen traurigen Höhepunkt markierten laut Kuraschinski die Ereignisse in Halle. „Wir müssen Antisemitismus und Intoleranz bei den kleinsten Anzeichen entschieden entgegentreten“, sagte er, gerade auch, weil antisemitsche Äußerungen auch vermehrt aus der Mitte der Gesellschaft zu vernehmen seien. Deshalb seien Veranstaltungen wie der Erinnerungsgang umso wichtiger, nicht zuletzt, um die Erinnerung bei Jüngeren aufrecht zu erhalten. Am Freitag waren diese jedoch stark in der Unterzahl.

Nathalie Meng Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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