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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Archivarbeit aus Liebe zu Wildeshausen

08.02.2019

Wildeshausen Die Ehrung glich einem Ritterschlag: Heinz-Joachim Kunz war „das Superhirn“ des Bürger- und Geschichtsvereins, erklärte dessen Vorsitzender Bernd Oeljeschläger. Der 80-jährige Kunz hat über 17 Jahre lang den umfangreichen Nachlass von Heinrich Aufderheide für die Nachwelt systematisch erfasst und katalogisiert. „Du warst für uns ein echter Glücksfall“, sagte Oeljeschläger, der den langjährigen Beisitzer im Rahmen einer Vorstandssitzung würdigte.

Kunz stammt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Elbing (Ostpreußen). Nach der Flucht landete er mit der Familie am 1. August 1945 in Wildeshausen. Er besuchte die Grundschule in Kleinenkneten sowie die Realschule. Bei der Oldenburgischen Landesbank (OLB) absolvierte er eine Lehre. Zuletzt war er bei der OLB im Kreditmanagement tätig. Kunz engagierte sich im Bürgerverein, der sich 2001 mit dem Geschichtsverein zusammenschloss.

„Damals war der Bestand gleich Null“, so der ehrenamtliche Archivar. Dann übernahm der Verein das Archiv Aufderheides. Kunz sichtete und katalogisierte Hunderte von Kirchenbuchabschriften, Fotos, Dias, Brandkassenabschriften und weitere Aufzeichnungen. „Insgesamt ging es um 369 Liegenschaften im alten Wildeshausen“, erzählt er. „Wir haben jede Hausnummer einzeln betrachtet.“ Für Kunz galt nicht die Devise „irgendwann“, sondern „sofort“. Er traf sich mit Aufderheitde, der 2006 verstarb, dienstags im Büro des Vereins im historischen Rathaus, um das Material aufzubereiten. Später kamen Öffnungs- und Beratungszeiten am Mittwoch und am Donnerstag dazu. Besonders kniffelig sei die alte Flurkarte für den Bereich der Innenstadt gewesen. Bis zum Bau des Stadthauses habe es an dieser Stelle diverse kleine Häuser gegeben, deren Besitzer erfasst werden mussten. Da er die Geschichte Wildeshausens nach dem Zweiten Weltkrieg aufmerksam begleitet hat, konnte Kunz viele Fälle selbst lösen. Tipps bekam er auch von vielen Zeitzeugen wie dem inzwischen verstorbenen Lohgerber Bernhard Benecke oder Ex-Lehrerin Ingrid Heinemann. „Er hat die Objekte zum Leben gebracht“, würdigte Oeljeschläger das bürgerschaftliche Engagement von Kunz – alles „aus Liebe zur Wildeshauser Geschichte“. Als Anerkennung überreichte der Vorsitzende am Mittwochabend einen Gutschein für ein Essen im Alten Amtshaus. Als Beisitzer im Vorstand ist bereits Klaus Schultze nachgerückt.

Und was plant der Kenner der Wildeshauser Geschichte nun? „Ich schreibe meine Lebensgeschichte auf, und zwar insbesondere die Jahre 1943 bis 1952“, verriet Kunz. Dafür forschte er jahrelang in Archiven von Bayreuth bis Oldenburg. Auch die Dokumentation beim Bürger- und Geschichtsverein, für die Eva-Maria Ameskamp und Cornelia Harms verantwortlich zeichnen, werde wohl eine Daueraufgabe bleiben.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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