Bookholzberg - Eine Frau und ein Mann, die der Reichsbürger-Szene zugeordnet werden, haben am Dienstag einen Polizeieinsatz in Bookholzberg ausgelöst. Nach Angaben der Beamten hatte die 63-jährige Frau aus der Gemeinde Ganderkesee die Kundgebung auf dem Kirchplatz in Bookholzberg angemeldet. Sie ist für die Polizei keine Unbekannte: Nach Angaben von Sprecher Albert Seegers hatte sie in der Vergangenheit bereits Versammlungen mit ähnlichem Hintergrund organisiert.
Da Übertragungen von diesen Kundgebungen im Internet strafbare Handlungen der Frau gezeigt hatten, wurde die Versammlung von Beamten der Polizei Delmenhorst begleitet. Die 63-Jährige und ein 56-jähriger Mann aus dem Emsland, der sich als Ordner ausgab, wurden auf die Einhaltung der Vorgaben hingewiesen. Doch sie zeigten sich laut Polizei nicht einverstanden, stellten zum Teil pro-russische Flaggen auf und machten lautstarke Durchsagen über ein Mikrofon. Die Beamten untersagten die Kundgebung, was mit lautstarken Kommentaren quittiert wurde.
Schon während des Aufbaus stellte die Polizei Verstöße gegen die Auflagen der Versammlungsbehörde fest. So zeichnete eine Videokamera Personen auf, die nicht an der Versammlung teilnahmen oder teilnehmen wollten. Gegen den Mann und die Frau wurden Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Nach Polizeiangaben weigerte sich der 56-jährige Mann zunächst, Angaben zu seiner Person zu machen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. Damit die Kundgebung nicht fortgeführt und weitere Straftaten verhindert werden konnten, zog die Polizei das Mikrofon ein. Außerdem wurden Beweismittel beschlagnahmt und die beiden Personen des Platzes verwiesen. Als die 63-Jährige mit einem Auto davonfuhr, telefonierte sie und hatte keinen Sicherheitsgurt angelegt.
