Hude - „Vergesst die Schranken in Eurem Kopf“, sagte Nadja Groeger zu den Jugendlichen aus der Gemeinde Hude, mit denen sie intensiv zusammengearbeitet hat. Sie ist die Leiterin des Projektes „JuHu – Junge Huder – mittendrin“, mit dem die Verwaltung und die Politik Jugendliche dazu motivieren will, das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten – mit Erfolg: 36 Jugendliche in zwei Altersstufen haben konkrete Vorstellungen für die Zukunft in Hude entwickelt. Diese haben sie 13 Ratsmitgliedern, Mitgliedern der Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Jörg Skatulla bei ihrem Abschlussworkshop vorgestellt.
Arbeit in Workshops
Vier Wochen lang hat sich Groeger im November wöchentlich mit 18 Jugendlichen aus der Altersklasse bis elf Jahre und anschließend mit den älteren Jugendlichen bis 18 Jahre im Kulturhof getroffen. In nur vier Wochen haben die Jüngeren ein Konzept erarbeitet, mit dem sie Hude einmal im Jahr auf Vordermann bringen wollen. Dann soll der Aktionstag „Hude putzt sich raus“ starten.
In ihrem vierwöchigen Workshop hat sich die U12-Gruppe aus dem Projekt „JuHu – Junge Huder – mittendrin“ einen Aktionstag überlegt. Sie möchten, dass 600 bis 1000 Bewohnerinnen und Bewohner einmal im Jahr anpacken und Hude säubern. Dazu gehört unter anderem, mit Säcken und Müllgreifern den Ort von Unrat zu befreien.
Einen passenden Titel für den Tag haben sie sich überlegt. Die Wahl fiel auf „Hude putzt sich raus“. Nach getaner Arbeit darf das Vergnügen nicht fehlen. Die Kinder stellen sich dafür vor, dass zum Abschluss auf dem Gelände der Feuerwehr Hude gegrillt wird.
Was die Kinder brauchen, um ihren Aktionstag ins Leben zu rufen, haben sie sich auch überlegt. Sie wollen ein Organisationsteam, ein Finanzteam und ein Werbeteam bilden.
Bei den älteren Jugendlichen hat sich innerhalb des vierwöchigen Workshops herausgestellt, dass sie mitgestalten wollen – und zwar genau da, wo Entscheidungen getroffen werden: Sie wollen stimmberechtigte Mitglieder in den Ausschüssen für Jugend, Gesellschaft und Soziales, für Schule, Bildung und Kultur, für Gemeindeentwicklung und Umwelt und für Finanzen, Wirtschaft und Digitalisierung werden.
Wie die Jugendlichen das umsetzen wollen, hat der 18-jährige Keno Schwarz vorgestellt: Sie stellen es sich so vor, dass es künftig einen Pool aus allen interessieren jungen Menschen bis 27 Jahren gibt. Aus diesem Pool bilden sich zwei Gruppen, die für die aktive Umsetzung ihrer Wünsche und Belange zuständig sind.
Gruppen kümmern sich
Eine davon nennen die Jugendlichen „Stammgruppe“. Diese besteht aus circa 15 Mitgliedern mit festen zugewiesenen Rollen. Das wird unter anderem eine Vorsitzende oder ein Vorsitzender sein, jemand, der die Finanzen verwaltet, jemand für die Öffentlichkeitsarbeit und Mitglieder, die die Ausschüsse besuchen.
Neben der Stammgruppe stellen sich die Jugendlichen eine Projektgruppe vor. Deren Mitglieder kümmern sich um die konkrete Umsetzung einer Idee. Dabei arbeiten sie mit einem Experten aus der Stammgruppe zusammen. Es geht beispielsweise darum, den Aktionstag „Hude putzt sich raus“ wirklich umzusetzen. Sie kümmern sich also um die Finanzierung, die Vermarktung und letztlich darum, dass aus einer Idee Wirklichkeit wird.
Aber ohne Geld ist das Konzept der Jugendlichen nicht umsetzbar. Sie benötigen 12 000 Euro als eine Art Startkapital. Das wollen sie unter anderem dafür nutzen, um ihr Konzept zu bewerben. Eine Vielzahl – rund 200 – an konkreten Vorstellungen davon, was sie bewirken wollen, haben die Jugendlichen bereits gesammelt. Die Ratsmitglieder bewerten das Konzept als gut durchdacht und tragfähig – für Groeger ein toller Abschluss des Projekts. Es läuft bereits ein Folgeantrag beim niedersächsischen Förderprogramm „Startklar in die Zukunft“.
