Ganderkesee/Harpstedt - Viele Urlaubsziele sind in diesem Sommer unerreichbar. Manch einer zieht es da vor, die Ferien vor der eigenen Haustür oder sogar ganz in „Bad Meingarten“ zu verbringen. Auf das Gefühl, Neues zu entdecken, müssen aber auch diejenigen nicht verzichten: In Ganderkesee und dem Umland gibt es sicher noch schöne Eckchen, die sie bislang nicht kannten.
Ziemlich viel Gegend mit Highlights am Wege Von Schierbrok in die Gemeinde Hude und zurück
Idee: Elisabeth Kühling, Gästeführerin aus Schierbrok
Streckenlänge: 38 Kilometer
Start/Ziel: Bahnhof Schierbrok
Anregungen für Radtouren in die Umgebung möchte die NWZ mit dieser neuen Serie vermitteln, die unter anderem in Kooperation mit dem Ganderkeseer Gästeführerteam entsteht, das wegen der Corona-Schutzvorkehrungen noch immer keine Landpartien anbieten kann. Zum Auftakt hat Elisabeth Kühling aus Schierbrok eine Tour zusammengestellt.
Start vor St. Cyprian
Als Ausgangspunkt für die 38 Kilometer lange Tour nimmt Elisabeth Kühling die Kirche St. Cyprian und Cornelius im Ganderkeseer Ortskern. Über Ring, Lange Straße und Adelheider Straße geht es ortsauswärts und dann am Saunahuus rechts in den Heideweg. Von dort aus die nächste Möglichkeit links in den Machandelweg, am Ende rechts auf die Straße Neu Holzkamp und nach Queren der B 213 auf die Wiggersloher Straße.
Große Höhe: Segelflug und Naturerlebnis
Nach rund drei Kilometern ist rechts der Segelflugplatz Große Höhe zu sehen, auf dem an den Wochenenden Flugaktivitäten zu beobachten sind. Zwei Kilometer weiter gegenüber einem Parkplatz befindet sich der Natur- und Erlebnispfad Große Höhe. „Er lädt ein, die heimische Natur mit allen Sinnen zu genießen, mit Informationstafeln und Mitmachstationen“, erklärt Elisabeth Kühling. Vor allem Familien mit Kindern empfiehlt die Gästeführerin dieses Etappenziel.
Ozeanbrücke: Einzige Querung über das Delmetal
Weiter geht’s über die Gemeindegrenze zwischen Ganderkesee und Harpstedt hinweg auf der Straße Zur Großen Höhe, die dann zur Dorfstraße wird. Letzterer folgen, dann nach links abbiegen auf die Stiftenhöfter Straße, die dann in die Nordstraße übergeht. An der Haltestelle „Klein Amerika“ geht es links in Richtung Ozeanbrücke.
Bei der Fußgänger- und Radfahrerbrücke handelt es sich um die einzige Querung über das sumpfige Delmetal zwischen dem Ortsteil Klein Amerika und dem Harpstedter Wald. 1925 wurde sie als einfacher Steg gebaut und 1967 mit Hilfe des THW als Brücke errichtet, erklärt Elisabeth Kühling. 2006 wurde die 175 Meter lange und 1,5 Meter breite Ozeanbrücke erneuert.
Harpstedt: Amtshof, Christuskirche und Koems
Durch eine ansprechende Naturlandschaft führt die Route weiter Richtung Harpstedt. Etwa 200 Meter hinter der Brücke geht es nach rechts und immer geradeaus bis auf den Redekerweg und weiter bis zur Amtsfreiheit. Rund um den Amtshof, den Verwaltungssitz der Samtgemeinde Harpstedt, lädt eine idyllische Parkanlage zum Verweilen ein. „Das Fachwerkgebäude aus dem 18. Jahrhundert war ursprünglich eine Gräftenburg“, so Elisabeth Kühling. Gräften –das seien Wassergräben.
Ganz in der Nähe steht die Christuskirche: Die vormalige Martinskirche wurde nach dem Brand von 1739 im barocken Stil wieder aufgebaut und erhielt den Namen „Kirche Christi“. Der Bibelgarten rund um die Kirche hat acht Stationen, die das Leben Jesus von Nazareth nachvollziehen.
Über Amtsfreiheit/Burgstraße/Wildeshauser Straße geht es (Richtung Wildeshausen) an den Ortsrand Harpstedts, wo sich das Koems-Gelände befindet. „Koems ist die Mehrzahl von Koeben, also Scheunen“, erklärt Elisabeth Kühling. Die 31 Gebäude seien im 18. Jahrhundert als Scheunen und Schafställe genutzt worden. In den 1980er Jahren wurden sie in ehrenamtlicher Arbeit vor dem Verfall gerettet und beinhalten heute Ausstellungen zum historischen Leben in Harpstedt.
Prinzhöfte: Wildbienenpfad
urück geht’s vom Zentrum über die Burgstraße nach links in die Mullstraße und weiter über Nordstraße, Stiftenhöfter Straße, Hauptstraße und Henstedter Straße nach Prinzhöfte. Dort führt die Route nach links auf „Sandberg“, rechts auf „Traren“ und links auf „Am Sportplatz“. Am Ende geht es nach rechts auf „Kehrtau“ und gleich wieder links auf den Grenzweg. Kurz vor Schweinsheide bietet sich ein Stopp am 1,2 Kilometer langen Wildbienenpfad an, der zum Hof Wendbüdel des BUND gehört. Ein empfehlenswerter Abstecher, findet Elisabeth Kühling.
Über Hengsterholz zum Ganterteich
Auf der Straße Schweinsheide führt die Tour zur Wildeshauser Straße/B 213, kurz rechts und dann in Hengsterholz links in die Straße Zum Mühlenbach. Nach rechts geht es in den Omorikaweg und dann aus der Neustädter Straße bis zur Haltestelle Hestern. Dort verläuft die Route weiter nach rechts in den Havekoster Sand (kein Straßennamenschild!) und danach links auf die Havekoster Straße. Nach 2,3 Kilometern rechts ab in den Riedenweg.
Kurz vor Ende des Riedenweges liegt – in dieser Jahreszeit recht versteckt – hinter der Wiese mit Kunstganter und Insektenhotel der Riedenweiher/Ganterteich. „Auf dem Gewässer, das vom Wasserzug vom Donnermoor gespeist wird, sind regelmäßig Graureiher, Eisvogel, Grünspecht und Teichralle zu beobachten“, weiß Elisabeth Kühling.
Am Ende des Riedenwegs geht es dann links auf den Neddenhüsen am Ende rechts auf die Mühlenstraße und zurück zum Ausgangspunkt.
