Hude/Wüsting - Die Umsetzung der Radwegnovelle im Landkreis Oldenburg sorgt gerade auch in der Gemeinde Hude für Diskussionen. Radfahrer dürfen die bislang gemeinsamen Rad- und Fußwege zwar weiterhin benutzen, aber Fußgänger haben absoluten Vorrang. Die geduldeten Radler dürfen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit auf diesen Wegen unterwegs sein. Wollen sie schneller vorankommen, müssen und dürfen sie jetzt ganz offiziell auf die Fahrbahn. Autofahrer müssen wiederum verstärkt Rücksicht auf die Radler nehmen. Das gilt nicht nur für die Parkstraße im Huder Zentrum (wir berichteten).
Höchst gefährlich
In der Huder Ortsdurchfahrt ist die Situation aber besonders prekär, meint Leserin Hannelore Koring-Schettgen. „Befahre ich die Parkstraße innerorts und habe es mit nicht zu vermeidendem Schwerlastverkehr zu tun, sehe ich einige höchst gefährliche Situationen für Radfahrende voraus. Dort sind die 1,5 Meter Abstand beim Überholen per se kaum einzuhalten, da die Autostraße nicht sehr breit ist“, so Koring-Schettgen in einem Schreiben an die Gemeinde. Sie ängstigt sich. Mit der Rücksichtnahme von Autofahrenden habe sie ihre eigenen, nicht sehr positiven Erfahrungen gemacht, zumal sie aus gesundheitlichen Gründen ein dreirädriges Sesselrad benutze und ihre Position daher etwas niedriger sei als bei normalen Rädern. Es überwiege das Gefühl, dass Radfahrende nirgendwo mehr gern gesehen seien. „Es scheint billiger zu sein, schnell ein paar Schilder aufzustellen und Piktogramme auf die Fahrbahn der Autostraßen zu malen, als ein vernünftiges Radwegenetz zu schaffen“, stellt die Huderin fest. Die ganze Aktion fasst sie so zusammen: „Geh zu Fuß oder fahre mit dem Auto, wenn du dich sicher im Verkehr bewegen willst. Radfahrenden wird es hier schwer gemacht!!! Ein schlechtes Zeichen für die Mobilitätswende!“
Koring-Schettgen fordert vonseiten der Behörden zumindest mehr Aufklärungsarbeit bezüglich der neuen Regeln, die ohne Vorwarnung eingeführt worden seien. Und sie macht den Vorschlag, die Seitenparkstreifen an der Huder Parkstraße und überall dort wo sie vorhanden sind, zu beseitigen und an ihrer Stelle separate, breite und gut befahrbare Radwege zu schaffen. „Parkplätze für Autos gibt es in Hude innerorts mehr als genug“, meint sie.
Die Umsetzung der Radverkehrsnovelle ist auch Thema in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Mittwoch, 20. April, 16 Uhr, Oberschul-Forum. Dazu gibt es in der Sitzungsvorlage umfassende Erläuterungen. Die Stärkung des innerörtliches Radverkehrs spiele bei der Novelle eine große Rolle, heißt es.
Tempo 30 gefordert
Neben den Piktogrammen auf der Fahrbahn müsse die Ampelanlage Vielstedter Straße/Hohe Straße/Burgstraße entsprechend angepasst werden, so dass die sich auf der Fahrbahn wartenden Radfahrer erkannt würden. Die Gemeinde hatte in ihrer Stellungnahme zur Umsetzung der Novelle, an der offenbar kein Weg vorbeiging, parallel Tempo 30 für Parkstraße, Auf der Nordheide, Langenberger Straße (L 867) gefordert. Das sei von der Kreis-Verkehrsbehörde abgelehnt worden, heißt es.
