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Reisen In Corona-Zeiten Wildeshauser gehen lieber im Auto als im Flieger in den Urlaub

Jana Wollenberg

Wildeshausen/Großenkneten - Wohin die Reise in diesem Sommer geht? „Noch ist nichts geplant“, sagt Sarah Stötzer. Wahrscheinlich, so die Dötlingerin, soll es aber an die Nord- oder Ostsee gehen. Genau weiß sie das noch nicht. An diesem Markttag in Wildeshausen ist sie mit ihren Plänen, innerhalb Deutschlands zu verreisen, nicht allein: Einige überlegen noch, andere haben die Reise an die Küste schon geplant. Nur wenige scheinen einen Urlaub im Ausland ins Auge zu fassen.

Nachdem die Lockerungen in der Corona-Krise es wieder zulassen, scheint die Reiselust auch in der Kreisstadt zu steigen – zumindest zu Zielen im Inland. Aber ist dieser Trend auch in den lokalen Reisebüros spürbar?

Tui Reisecenter

„Die meisten Deutschen entscheiden sich in diesem Sommer für eine Reise innerhalb Deutschlands oder ans Mittelmeer, auch die Urlauber aus der Region Wildeshausen“, teilt Unternehmenssprecherin Stephanie Holweg auf Nachfrage mit. „Urlauber aus Wildeshausen zieht es vor allem an die Nord- und Ostsee. Generell erleben Autoreisen in diesem Sommer einen kleinen Boom.“

Auch einen „klaren Nachholeffekt“ und kurzfristige Buchungen in den Wochen vor Ferienbeginn habe man verzeichnen können. „Da die Sommersaison in diesem Jahr weitaus später startet, rechnen wir mit einem Schwerpunkt im Spätsommer und einer verstärkten Nachfrage im September und Oktober“, so Holweg.

Reisebüro Brockmann

Etwas ernüchternder fällt dagegen die Bilanz bei Martin Brockmann aus. „Ich habe zwei bis drei Buchungen für Reisen nach Griechenland und Spanien, aber ansonsten ist es immer noch eher verhalten“, sagt der Inhaber des Reisebüros Brockmann in Wildeshausen. Reisen im eigenen Land seien zwar der Trend in diesem Jahr, glaubt er. „Aber bei mir ist das noch nicht angekommen.“ Schön wäre es für ihn, wenn die Menschen in dieser Zeit auch die Reisebüros unterstützen würden.

Statt neuer Buchungen beschäftigen Brockmann weiterhin abgesagte Reisen. „Die größte Problematik ist gerade, von den Veranstaltern das Geld für die Reisen wieder zu bekommen, die ausfallen mussten“, sagt er. Von einigen würden die Kunden die Kosten für abgesagte Flüge, Kreuzfahrten oder Pauschalreisen zwar problemlos erstattet bekommen. Bei anderen Anbietern gestalte sich das dagegen schwieriger. „Wir versuchen, für unsere Kunden das Bestmögliche rauszuholen. Das ist uns bis jetzt ganz gut gelungen.“

Dennoch: „Ich hoffe, dass es bald wieder losgeht“, meint Brockmann. Wenn dann die Anfragen für den Urlaub in Deutschland auch in seinem Reisebüro ankommen, will er vorbereitet sein. „Gerade bin ich selbst unterwegs“, erzählt er. „Auch außerhalb der klassischen Hotspots.“ Die Orte, die er selbst jetzt besucht, will er dann auch seinen Kunden empfehlen können.

Insa Kämper

„Die Reiselust ist da, aber die Leute haben wohl Sorge davor, eine Flugreise zu machen“, sagt Insa Kämper. Als selbstständige Reiseberaterin betreut sie ihre Kunden im Homeoffice in Großenkneten. „Viele haben umgebucht, vor allem auf Deutschland oder Österreich – auf alles, was man mit dem Auto erreichen kann.“

Der Grund? Die Angst, im Fall eines erneuten Lockdowns am Urlaubsort fest zu sitzen, glaubt Kämper. Also wählten sie näher gelegene Ziele, zum Beispiel die Küsten. Da sei kaum noch etwas zu bekommen. „Insgesamt ist es aber noch sehr verhalten“, so die Reiseberaterin – kein Vergleich zum vergangenen Jahr.

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