Dötlingen/Dallas - Der Weltmeister in „Rocket League“ – einem Auto-Fußball-Videospiel – kommt aus Dötlingen: Florian Rahden hat mit seiner Mannschaft bei der „Collegiate Rocket League World Championship“ in Dallas (USA) den Titel geholt.
Rahdens Mannschaft
Bei der Weltmeisterschaft traten 16 Teams aus der ganzen Welt gegeneinander an und spielten in Drei-gegen-Drei-Duellen die Gewinner aus. Florian Rahden ist gemeinsam mit Fabian Buß und Nicolas Steinhauer sowie Trainer Julian Braun für die Dr. Buhmann Schule und Akademie Hannover angetreten. Die Hochschule, an der Studiengänge, Ausbildungen und Abiturklassen angeboten werden, feilt schon seit langer Zeit an ihrer E-Sport-Abteilung.
E-Sport steht für elektronischer Sport und beschreibt Wettkämpfe sowie Turniere in der Videospiel-Szene. Die Dr. Buhmann Schule und Akademie ist die Partnerschule der Privaten Hochschule Göttingen, an der Rahden studiert.
Angekommen in Dallas
Rahden, Buß und Steinhauer schrieben sich unter der Flagge der Dr. Buhmann Schule und Akademie für die Weltmeisterschaft ein. In Dallas wartete auf das Dreiergespann eine harte Konkurrenz: „Als europäisches Team wurden wir erstmal nur belächelt. Wir waren die Underdogs“, erzählt Rahden.
Doch davon ließen sie sich nicht beirren. Nach zwei Siegen und einer Niederlage in der Gruppenphase sowie einem Sieg im Viertelfinale stand das Halbfinale gegen das Columbia College auf dem Plan. Die drei anderen europäischen Teams aus Berlin, Amsterdam und Hamburg wurden in den Viertelfinals von ihren amerikanischen Gegenspielern aus dem Turnier geworfen. Gegen das Columbia College galt es nun, vier von sieben Spielen zu gewinnen – mit 4:1 zogen Rahden, Buß und Steinhauer ins Finale ein.
Das Finale
Dort wartete das Fisher College, das im gesamten Turnier nicht einmal verloren hatte. „Wir haben in der Finalserie mit 3:1 geführt, haben es dann aber unfreiwillig nochmal spannend gemacht“, sagt Rahden. Das Fisher College glich auf 3:3 aus.
Doch in den entscheidenden letzten fünf Minuten, die eine Partie „Rocket League“ dauert, setzten sich Rahden und seine Teamkollegen durch. Für den ersten Platz nahmen Rahden, Buß und Steinhauer Medaillen sowie ein Preisgeld von 20 000 US-Dollar entgegen.
„Rocket League“ ist ein Videospiel, bei dem die Spieler Autos in einem Käfig mit zwei Toren steuern. Ziel des Spiels ist es, mit einem großen Ball mehr Tore als der Gegner zu schießen. Ein Spiel dauert fünf Minuten und wird in den meisten Fällen in dreiköpfigen Mannschaften gespielt. Seitenlinien gibt es nicht: Der geschlossene Käfig kann vollständig genutzt werden.
Florian Rahden und sein Team trainieren innerhalb von zwei Wochen 50 bis 60 Stunden. „Dazu zählen individuelle Trainings, Testspiele mit anderen Teams und Analysen von Spielwiederholungen“, erklärt der „Rocket League“-Weltmeister. Wichtig sei es aber auch, mental fit zu sein: „Im E-Sport geht es weniger um körperliche Fitness, viel mehr um die Psyche. Man muss mentalen Stress aushalten“, sagt Rahden.
E-Sport steht für elektronischer Sport und beschreibt die Szene der kompetitiven Videospiel-Turniere. „In den USA ist E-Sport wahnsinnig groß“, sagt Rahden. In Deutschland sei der Trend noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile wird die E-Sport-Szene verschiedener Videospiele aber immer größer. „Vor allem Älteren muss man E-Sport einfach verständlich machen“, sagt Rahden.
Amtierender Europameister
Gemeinsam mit seinen Mitstreitern gewann Rahden im April dieses Jahres bereits die Europameisterschaft, nachdem sie sich über die Uni-Liga dafür qualifiziert hatten. Mit dem Sieg bei der Europameisterschaft sicherten sie sich 3000 Euro Preisgeld und eine Fahrkarte zur Weltmeisterschaft. „Andere gehen neben dem Studium arbeiten, ich verdiene mir mit Rocket League Geld dazu“, freut sich Florian Rahden über seinen Nebenjob.
Sein Interesse für „Rocket League“ wurde durch einen Freund geweckt. „2015 hat ein Kumpel mir das Spiel gezeigt. Danach habe ich viel online im Ranglistenmodus gespielt. Dadurch wurde dann ein Scout auf mich aufmerksam“, erinnert sich Rahden.
Von diesem Talentsucher wurde er in die „Rocket League“-Mannschaft der Rhein-Neckar Löwen aufgenommen. Später wechselte er zu den „Recken Rockets“, einem Spartenteam des TSV Hannover-Burgdorf. Mit den „Recken“ spielt Rahden in der Bundesliga.
