Hollen - Etwas versteckt liegt sie noch, die neue Wohngemeinschaft des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) Hollen: Hinter Bauzäunen und an Mörteleimern und Deckenstützen vorbei führt der Seiteneingang des künftigen „Akademiehauses“ in den einzigen derzeit bewohnbaren Teil des Gebäudes. Hier, im Obergeschoss, finden sich die Zimmer, die das RUZ für Praktikanten und Freiwillige eingerichtet hat. Und während im Erdgeschoss noch fleißig saniert wird, hat die erste WG schon begonnen, sich oben häuslich einzurichten.
Direkt vor Ort wohnen
„Es ist wirklich sehr gemütlich“, sind sich die Studentinnen Aileen Geiger, Mirka Waltz und Rebecca Ziegler einig. Zusammen mit Malin Berger und Mara Holzmann, die am 1. September ihren Freiwilligendienst begonnen haben, sind sie die ersten Bewohnerinnen der WG. Die Suche nach einem Zimmer sowie mögliche längere Anfahrten entfallen dadurch, den Bewohnern stehen E-Bikes zur Verfügung, um Einkäufe, etwa in Ganderkesee oder Bookholzberg zu erledigen. Für die Einrichtung der Zimmer schmieden die jungen Frauen schon Pläne. „Wir wollen die WG weiter verändern“, kündigte Mirka Waltz an. „Wir haben noch viel vor.“ Die bunten Girlanden in der Küche – die, wie in vielen anderen WGs auch, zentraler Treffpunkt ist – sollen da nur ein Anfang sein.
Rückblick auf 2018: Weil Zuschüsse aus einem Förderprogramm fehlten, musste die geplante Erweiterung des RUZ verschoben werden. Obwohl die Einrichtung bereits aus allen Nähten platzte, fehlten rund 350 000 Euro in der Finanzierung. Erst Ende 2019 fiel die Entscheidung, das ehemalige Asylbewerber-Gebäude am Rand des RUZ-Geländes als „Akademiehaus“ zu sanieren. 120 000 Euro der Kosten übernahm der Landkreis Oldenburg, 100 000 Euro kamen jeweils von der Stadt Delmenhorst und dem EU-Förderprogramm Leader. Die Obergeschoss-Wohnung baute das Umweltzentrum ab April dieses Jahres dann mit eigenen Mitteln aus und richtete Badezimmer, Küche und vier Schlafzimmer ein.
Pizza zum Abschied
Keine der jetzigen Bewohnerinnen kommt aus der Region, Aileen Geiger etwa stammt aus dem Großraum Stuttgart. „Für uns ist das Haus hier ideal, weil man auch andere Regionen mal erleben kann“, sagte sie. Am Freitag erlebte sie mit Wehmut bereits den letzten Tag ihres fünfwöchigen Studienpraktikums. Der Abschied wurde mit Pizzabacken und Sterne gucken zelebriert. Rebecca Ziegler und Mirka Waltz bleiben insgesamt vier Monate im RUZ, als Praxissemester im Studium der Ökotrophologie und Diätetik. „Wir überlegen, hier auch unsere Bachelorarbeit zu schreiben“, sagte Mirka Waltz.
Die jungen Frauen haben bereits eine Idee, wie sie und künftige Bewohner sich in der WG verewigen können. „Wir wollen alle von daheim eine Postkarte schicken, die gesammelt aufgehängt werden“, sagte Aileen Geiger.
