SAMTGEMEINDE HARPSTEDT - 2005 brachte für die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Harpstedt viele neue Impulse. Die Politiker wagen auch einen Ausblick auf das neue Jahr.

Von Sven kamin

SAMTGEMEINDE HARPSTEDT - Dorffeste, Baumaßnahmen oder der Kampf gegen die Stromtrasse – das Jahr 2005 brachte für die Mitgliedsgemeinden Beckeln, Colnrade, Dünsen, Groß Ippener, Harpstedt, Kirchseelte und Winkelsett jede Menge neuer Impulse. Grund genug, die Bürgermeister um einen ganz persönlichen Jahresrückblick zu bitten.

Für die Freiwillige Feuerwehr Groß Ippener begann das Jahr 2005 mit einer großen Freude. Die Samtgemeindefeuerwehr ersetzte zu Jahresbeginn mit einem Tanklöschfahrzeug TLF 16 das über 30 Jahre alte Vorgängermodell. Besonders gerne erinnert sich Bürgermeister Georg Drube an den Tag der Vereine am 3. September zurück. An diesem Tag präsentierten sich alle Vereine aus Ippener und Umgebung mit Ständen Vorführungen und Attraktionen. „Das ganze Dorf war auf den Beinen, und die Sache ist wirklich gut angenommen worden“, freut sich Drube über das gelungene Fest. Für das Jahr 2006 hat sich die Gemeinde eine weitere Überraschung ausgedacht: „Wir arbeiten derzeit an der Homepage für Groß Ippener. Im nächsten Jahr werden wir ins Netz gehen“, so Drube.

Für drei Gemeinden stand das Jahr 2005 im Zeichen des gemeinsamen Kampfes gegen die überirdische Stromtrasse: Als absoluten Höhepunkt des Jahres empfand Herwig Wöbse, Bürgermeister der Gemeinde Prinzhöfte, die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Stromtrassengegner. „Bei all dem Streit, der in der Politik häufig herrscht, war das richtig angenehm, zu sehen, was man durch einen solchen Zusammenhalt bewirken kann“, strahlt Wöbse. Auf Prinzhöfter Seite habe sich, so Wöbse, hier neben vielen anderen vor allem die Schutzgemeinschaft Henstedter Heide hervorgetan. Durch unermüdliches Aktenstudium vor allem von Rudi Geisler und konstruktive Vorschläge habe die Gemeinschaft die Proteste wirkungsvoll unterstützen können.

Außerdem freut sich der Prinzhöfter Bürgermeister über die engagierte Jugendarbeit der Feuerwehr: „Das läuft einfach rund“, so Wöbse. So habe die Jugendfeuerwehr, die erst seit zwei Jahren besteht, in diesem Jahr beim landesweit ausgeschriebenen Concordia-Wettbewerb für gesellschaftliches Engagement den dritten Platz belegt. Auch das 20-jährige Bestehen des pädagogischen Zentrums Prinzhöfte, zählt Wöbse zu den schönen Momenten des Jahres: „Das Zentrum hat einen Platz in unserer Gemeinde gefunden.“ Der Bürgermeister bedankte sich darüber hinaus beim Festausschuss des Schützenvereins, der die Dorffeste durch seine liebevollen Vorbereitungen auch für junge Leute wieder viel attraktiver gemacht habe. Zudem sei auch Prinzhöfte seit August im Internet zu finden.

Auch der Winkelsetter Bürgermeister Gert Weidenhöfer zeigt sich immer noch überwältigt von dem festen Zusammenhalt der Stromtrassengegner für das gemeinsame Ziel: „Das ist schon großartig, wie da alle gemeinsam von Grün bis Schwarz an einem Strang ziehen.“ So war denn auch für Weidenhöfer die 380-KV-Leitung das beherrschende Thema des Jahres 2005. Durch eine gemeinsame Stoßrichtung mit den Gemeinden Prinzhöfte und Colnrade habe man an entscheidenden Stellen die Trassenführung, zum Beispiel bei Reckum, entschärfen können. Zu den Höhepunkten des Jahres zählt für Weidenhöfer die Fahrrad-Sternfahrt mit über 100 Teilnehmern im September. In Winkelsett hatten sich die Radler getroffen, um das letzte Stück gemeinsam nach Colnrade zu fahren. „Auch im nächsten Jahr wird uns die Stromtrasse weiter beschäftigen“, ist sich

Weidenhöfer sicher.

In Colnrade konnte sich Bürgermeisterin Hiltraud Lindemann neben vielen kleinen Erfolgen beim Kampf gegen die Stromtrasse auch über die neunte Auflage des Hökermarktes freuen, mit einem Besucheransturm, den auch die Bürgermeisterin noch nicht erlebt hatte: „Das müssen um die 50 000 Besucher von Osnabrück bis Verden gewesen sein“, ist Lindemann stolz auf, wie sie mit Blick auf die ganze Gemeinde Colnrade sagt, „unseren Hökermarkt“. Darüber hinaus konnte der Spielmannszug Beckstedt im Mai im Rahmen des Schützenfestes 50-jähriges Bestehen feiern. Im nächsten Jahr wird dann der Fischereiverein Colnrade ebenfalls 50-jähriges Bestehen feiern können. Der Höhepunkt des Jahres 2006 wird aber zweifellos der zehnte Colnrader Hökermarkt am 3. Oktober werden.

Beckelns Bürgermeister Heinz Nienaber blickt auf ein Jahr zurück, in dem die Gemeinde im September das Dorferneuerungs-Förderprojekt bewilligt bekam. Nienaber blickt nun auf die nächsten Jahre, in denen die Fördermaßnahmen umgesetzt werden sollen. Auch der neue Bebauungsplan in Beckeln ist in trockenen Tüchern. Weniger Klarheit herrscht beim Abschluss der unendlichen Geschichte um den Windkraftstandort Beckeln. So sei der Schwarzstorch wieder gesichtet worden, sein Brutplatz sei allerdings unbekannt. Sehr zufrieden zeigt sich Nienaber mit der vorbildlichen Jugendarbeit der verschiedenen Vereine bis hin zum Jugendblasorchester. Im Jahr 2006 wolle die Gemeinde den Neubau des Feuerwehrhauses wieder in Angriff nehmen.

Auch in Harpstedt wurde 2005 eifrig gebaut und Fleckenbürgermeister Alfred Pergande zeigt sich mit den Ergebnissen mehr als zufrieden: „Die östliche Ortseinfahrt mit dem schönen DHE-Neubau und den sich trotz aller Bedenken gut in die Szenerie einfügenden Silotürmen der Raiffeisengenossenschaft hat sich sehr zu ihrem Vorteil verändert.“ Auch der Ortsmittelpunkt um den Marktplatz werde nicht zuletzt durch tolle Feste wie die Italienische Nacht immer besser angenommen. Auch den Planern für eine mögliche Marktplatzumgestaltung dankt der Bürgermeister ausdrücklich, auch wenn derzeit die Sanierung der Mühle Vorrang habe. Auch das Projekt der Anliegerbeteiligung beim Ausbau der Schulstraße-West, sei durch die Zusammenarbeit der Bürger vorbildlich verlaufen. Pergande würdigt zudem die Arbeit der Organisatoren des Bürgerschützenfestes, die im nächsten Jahr eine neue

Fahne erhalten sollen. Einen persönlichen Dank richtet Alfred Pergande an all diejenigen, die ihm zum Jahresende mit ihren Genesungswünschen sehr viel Kraft gegeben hätten.

Der Verkauf der ehemaligen Muna an einen Investor, war für Kirchseeltes Bürgermeister Walter Raem das Hauptereignis des Jahres. Raem freut sich vor allem über die Zusage des Investors, große Teile das Geländes wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dadurch entstünden etwa 120 Hektar Naherholungsgebiet für die angrenzenden Gemeinden. Die elf neuen Bushaltestellen in Kirchseelte seien so gut gelungen, dass sie selbst auf Bundesebene als vorbildlich gelobt würden. Zudem hebt Raem die gemeinsamen Anstrengungen von Bürgern und Verwaltung bei der Verhinderung von Überschwemmungen nach Regenfällen hervor. Der Gemeindehaushalt komme weiterhin ohne Schulden aus, so dass man gelassen in das neue Jahr 2006 mit der Bürgermeisterwahl gehen könne.

Auch für Hartmut Post, den Bürgermeister von Dünsen war der Muna-Verkauf die beste Nachricht des Jahres: „Endlich können viele Dünsener, die nach dem Krieg auf dem Muna-Gelände eine neue Heimat gefunden haben, wieder dort spazieren gehen.“ Eine positive Wirkung für das Gemeinschaftsgefühl in der Flächengemeinde kann Bürgermeister Post dem neuen Dorfplatz in Dünsen neben der Kirche zuschreiben: „Endlich haben wir einen Treffpunkt in der Gemeinde.“

2005 konnte auch der Sportplatz des SC Dünsen, nicht zuletzt durch den unermüdlichen Einsatz von „Unruheständler“ Egon Hehr, fertiggestellt werden. Im nächsten Jahr soll der Sportplatz zum 40-jährigen Bestehen des SC Dünsen eingeweiht werden. Auf ein Projekt in 2006 freut sich Hartmut Post ganz besonders: Der Heimatverein wird zusammen mit der Gemeinde im neuen Jahr einen hölzernen Glockenturm für die Kirchenglocke errichten.

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