Sandkrug - „Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“ Dieser Spruch, einstmals von Astrid Lindgrens Kultfigur Pippi Langstrumpf ausgesprochen, schwebte als Leitspruch am Donnerstagvormittag über der Entlassfeier der Waldschule in Hatten. Sechs Jahre nachdem die Schülerinnen und Schüler in die „Waldschulfamilie“ aufgenommen wurden, wie Leiterin Silke Müller es bei ihrer Begrüßungsrede beschrieb, werden sie nun auf ihre ganz individuellen Lebenswege entlassen.
155 Zeugnisse vergeben
155 Abschlussschülerinnen und -schüler saßen gemeinsam mit ihren Eltern in der Aula der Schule an der Schultredde, „auch wenn wir eigentlich lieber auf unserem Milchhof gefeiert hätten“, sagte Silke Müller, die dann gleich alle Gäste in ihre Rede mit einband: „Wer von Euch hat schon einmal in Mathe eine Fünf geschrieben?“ Mehr als die Hälfte der Anwesenden stand mit einem Lachen auf. Auch die Schulleiterin selbst sagte mit einem Augenzwinkern: „Was ich von Mathe halte, wisst ihr ja.“
Doch auch um ernste Themen ging es. In ihrer Rede erinnerte Müller an das zurückliegende Corona-Jahr, an all die Hürden und Herausforderungen, die sich aus den Lockdown-Szenarien, Homeschooling und digitalem Lernen ergeben haben. „Ihr, alle Jungs und Deerns, habt in dieser Zeit gezeigt, was es wirklich heißt, souverän und hoch erhobenen Hauptes durch eine Krise zu gehen. Euch gebührt Respekt und Anerkennung, ihr seid Heldinnen und Helden.“
Sieben Abschlussklassen feierten das Ende ihrer Zeit an der Waldschule am Donnerstagvormittag: Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a unter der Leitung von Christina Wieder, die 10b mit dem Klassenlehrer Alexander Ulrich, die 10d mit der Lehrerin Konstanze Schulmann, die 10e unter der Leitung von Chantal Reck, die 9e mit Annika Lohse sowie die 9f mit zwei Lehrkräften: Silke Hollwedel sowie Hauke Behrens.
Insgesamt 155 Abschlusszeugnisse konnten von Leiterin Silke Müller übergeben werden. Den Hauptschulabschluss nach Klasse Neun errangen 32 Schülerinnen und Schüler, 17 den Hauptschulabschluss nach der zehnten Klasse. 106 Jungen und Mädchen haben nun den Realschulabschluss in der Tasche.
Die Jahrgangsbesten sind zwei Jungs: René Schack sicherte sich diese Auszeichnung mit einer Abschlussnote von 1,3 in der Klasse zehn, für die Klasse neun ergatterte Tom Hollje mit einer Note von 1,9 diesen Titel.
„Pipi in den Augen“
Sie ermutigte ihre Schützlinge dazu, künftig bewusst eigene Entscheidungen zu treffen, sich einzusetzen für Dinge, die ihnen wichtig sind und mutig zu sein, eigene Wege zu gehen. „Entscheidungen treffen zu können, bedeutet auch Freiheit, Selbstbestimmtheit und Verantwortung – und alles, was ihr dafür braucht, seid ihr selbst.“
Der Bürgermeister der Gemeinde Hatten, Christian Pundt, gab bei seiner Rede zu, „Pipi in den Augen“ zu haben: „Es ist das letzte Jahr, in dem ich hier eine Rede halten kann und das bewegt mich doch mehr, als ich dachte.“
Auch der Niedersächsische Staatssekretär für Digitalisierung, Stefan Muhle, war gekommen und wünschte den Abschlussklassen alles Gute und versicherte ihnen: „Über euren Jahrgang kann man eines sicher sagen: Ihr seid fit für die Zukunft.“
