Sandkrug - Ihr zweiter Wohnsitz war die Sporthalle: Seit 52 Jahren ist Edith Ruge schon für die TSG Hatten-Sandkrug aktiv – 22 davon als Leiterin der Handballabteilung. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Sandkrugerin eher auf schleichende Weise diesen Posten an Robert Langner abgetreten. Für einen würdigen Abschied der langjährigen Chefin nutzten die TSG-Handballer nun das letzte Heimspiel der Oberliga-Herren gegen Nienburg.
Viele aktuelle und ehemalige Spielerinnen und Spieler waren dazu in die Sporthalle gekommen, überraschten die 67-Jährige mit extra für diesen Anlass angefertigten T-Shirts und der Aufschrift „Danke Edith!“ „Dass irgendwas bei diesem Spiel passieren würde, hatte ich mir schon gedacht, nachdem mich vorher Jürgen Steffens angerufen und zu meiner Vereinsvita ausgefragt hatte“, schmunzelte Ruge. Ihr langjähriger Mitstreiter war es dann auch, der vor der Partie das Mikrofon für eine kleine Laudatio ergriff. „Du hast die Handball-Abteilung in unserem Verein maßgeblich nach vorne gebracht“, so Steffens.
Jugendturnier etabliert
1970 hatte Edith Ruge – damals noch in Kirchhatten – mit dem Handball in der Gemeinde angefangen. „Ich war gerade 15 – dass daraus 52 Jahre werde würden, hätte ich da niemals geahnt“, erinnerte sich die Handballerin. Lange Zeit war sie als Spielerin in der ersten Damen, später in der zweiten Mannschaft aktiv. Frühzeitig übernahm sie aber auch schon Aufgaben als Trainerin und Betreuerin. Mit einem großen Team wurde Ruge außerdem zum „Motor“ des großen TSG-Jugendturniers. Im Jahr 2000 übernahm sie die Abteilungsleitung.
„Wie im Berufsleben gibt es im Ehrenamt viele positive, aber auch einige negative Dinge“, berichtete Steffens. Zu den Höhepunkten zählte sicherlich der Aufstieg in die 3. Liga. „Allerdings gab es mit dem Zusammenbruch der damaligen Hatter Handball Agency ebenso einen Tiefpunkt. Doch auch diese Hürde wurde gemeistert“, blickte Steffens zurück. Die Mannschaft konsolidierte sich in der Oberliga, kehrte nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Verbandsliga dorthin wieder zurück (2018).
Weiter in der Halle sein
„Einen weiteren Abstieg wolltest du dir jetzt wohl nicht antun“, spielte Steffens augenzwinkernd auf die aktuelle Situation der ersten Herren an, die den Klassenerhalt in der Oberliga verpasst hat. Doch das stand für Edith Ruge am Samstag eher weniger im Vordergrund. „Es war ein schönes Bild, so viele Handballerinnen und Handballer in den Shirts zu sehen – eine tolle Überraschung“, freute sie sich. Überhaupt waren für die Sandkrugerin die vielen Begegnungen „das Schönste an der ganzen Geschichte“. Deswegen werde sie auch weiterhin in den Sporthallen der Region zu sehen sein, besonders natürlich bei der TSG – „als Fan und um Eintritt zu kassieren“, kündigte sie lachend an.
