Sandkrug - Sie wollen nicht aufgeben: Das alte Feuerwehrgebäude an der zentralen Kreuzung in Sandkrug soll erhalten bleiben, wenn es nach den Wünschen des nun gestarteten Bürgerbegehrens „Alte Feuerwehr Sandkrug“ geht. Und die Mitglieder der Bürgerinitiative stehen nicht allein da; auch die Hatter Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen würde es nach wie vor ungern sehen, wenn das 60 Jahre alte Gebäude an der Bümmersteder Straße veräußert würde – oder sogar abgerissen.
Für die Allgemeinheit
Jetzt gehen die Sandkruger mit dem Bürgerbegehren den nächsten Schritt: „Ein Gebäude, das jahrzehntelang für die Allgemeinheit – nämlich die Feuerwehr – gedacht war, sollte auch weiterhin von allen genutzt werden können“, sagt zu diesem Thema Margot Siemers von der Reha-Sportgemeinschaft. Und: „Man könnte meinen, dass es im Interesse aller sein sollte, dieses historische Gebäude zu erhalten.“
Auch Johannes große Beilage und Helmut Rücker von den Grünen sind der Meinung, dass eine Nachnutzung durch Vereine und Gruppen der Gemeinde genau richtig ist. „Das Gebäude liegt zentral mitten im Ort, es stehen genügend Parkplätze zur Verfügung und sehr viele Räumlichkeiten. Es ist einfach ideal“, so Rücker. Zudem halte er eine Verpachtung oder einen Verkauf nicht für sinnvoll: „Es ist an dieser Stelle den ganzen Tag laut, weil hier eine wichtige Kreuzung entlang führt. Für ein Haus der Vereine wäre das egal, aber wohnen möchte man hier nicht.“ Auch Imker Martin Vollmer engagiert sich für den Erhalt des Gebäudes und hat jetzt gemeinsam mit einigen Mitstreitern begonnen, Unterschriften in der Bevölkerung zu sammeln. „Ein Bürgerbegehren hätte dann Erfolg, wenn zehn Prozent der Wahlberechtigten der Gemeinde sich in die Listen eintragen“, klärt Karin Mayer Rosenbohm auf. Das seien umgerechnet etwa 1200 Unterschriften. Kommen die zusammen, so seien auch laut Johannes große Beilage die formalen Voraussetzungen erfüllt, damit die Gemeindevertretung das Anliegen der Initiative übernehmen könne.
„Ich möchte, dass auch meine Kinder und Enkelkinder dieses Haus noch nutzen können“, beschreibt Margot Siemers ihre Motivation, sich trotz des negativen Ratsbeschlusses nicht von dem Ziel abbringen zu lassen.
Bereits im Jahr 2013 starteten die Planungen zum Thema „Dorferneuerung“ in Sandkrug. Damals hatte man sich vorstellen können, das alte Feuerwehr-Gebäude für verschiedene Vereine und Gruppen als zukünftiges „Bürgerhaus“ zu nutzen.
Doch im Jahr 2018 scheiterte ein Beschluss zugunsten dieser Planung: Stimmengleichheit im Rat verhinderte den Fortgang.
Noch Anfang September 2020 hatte die Gemeinde Hatten darauf gehofft, dass im Zuge der Dorferneuerung sogar 90 Prozent Förderung drin sein könnten. Deswegen wurde das Bürgerhaus immer wahrscheinlicher. Die Zahl interessierter Nutzer war lang: Das Hatter Büfett, der Sozialverband VdK, die Reha-Sportgemeinschaft, der Orts- und Bürgerverein (OV/BV) Sandkrug oder auch der Gemischte Chor, die Malteser, die Circusschule Sternchen und die VHS/LEB oder das Repaircafé – so sollte es ein „Haus für Alle“ werden.
Am 30. September stand die Ratssitzung im Kalender. Und danach stand fest: Der von den Grünen gestellte Antrag war gescheitert.
Wahrscheinlicher war dann die Verpachtung des gesamten Geländes oder sogar ein Verkauf.
Initiative gegründet
Besonders für Senioren, das betont die 1. Vorsitzende der Reha-Sportgemeinschaft, gebe es in Sandkrug sonst kaum Möglichkeiten, sich zu treffen oder gemeinsam etwas zu unternehmen. „Auch so etwas wie Mutter-Kind-Turnen fehlt“, findet Karin Mayer Rosenbohm.
„Wenn man sich umguckt, werden derzeit in vielen Orten Bürgerhäuser eingerichtet. Der Bedarf ist einfach da. Und hier hat man eine einmalige Chance. So ein Grundstück kommt nicht noch einmal wieder“, appelliert Helmut Rücker an die Bewohner Sandkrugs, sich bei der Initiative zu engagieren. Die Unterschriftenliste kann wegen der Corona-Pandemie per Mail versendet und ausgefüllt werden. Dafür steht Karin Mayer Rosenbohm, unter
