Sandkrug - Bei Starkregen werden auch künftig die Bahnhofstraße und Schultredde in Sandkrug zu den am meisten belasteten Bereichen im Ort zählen. Ein Grund ist laut OOWV-Regionalleiter Kay Schönfeld das dortige Höhenniveau. Regenwasser sammelt sich auf den anliegenden Grundstücken, läuft auf die Straße und dort immer dem Gefälle nach. Überlastet wird dadurch auch der zum Klärwerk führende Schmutzwasserkanal.

Dringend nötig wäre laut Schönfeld, der am Donnerstag den Umweltausschuss informierte, ein Wassermanagement, das das Waser an Ort und Stelle im Boden hält. Folgende Lösungen, schlägt der OOWV vor, in einem Stufenplan zu realisieren:  Bahnhofstraße/Gartenweg: Kurzfristig kann und muss die Aufnahmefähigkeit des Versickerungsgrabens an der Bahnhofstraße durch Entschlammen wieder hergestellt werden. Auch das Schaffen zusätzlicher Versickerungsmöglichkeiten – ähnlich wie derzeit in Kirchhatten hinterm Rathaus – ist eine Option. Als Standorte bieten sich laut Regionalleiter der Bürgerpark und die Kirchenparkplätze an.

Mittelfristig müsse dafür gesorgt werden, dass sämtliches Regenwasser (auch das von den Zufahrten) auf den privaten Grundstücken bleibe. Bezogen auf die geplante Bebauung des Standorts „historische Gaststätte“ sagte der Experte, es wäre ihm lieber, das Regenwasser komplett dort versickern zu lassen. Stattdessen ist eine Drosselung auf ein Hundertstel der anfallenden Menge geplant.

Die generelle Alternative für die Ortsdurchfahrt wäre der Bau einer leistungsfähigen Regenwasserkanalisation mit Anschluss aller Haushalte. Die würde allerdings jeden privaten Haushalt mit 2000 bis 5000 Euro zusätzlich belasten, ganz zu schweigen von den Verkehrsbehinderungen in der langen Bauphase. Schultredde: Kurzfristig muss die Wasseraufnahme des Versickerungsgrabens erhöht werden; außerdem das Oberflächenwasser im Norden der Schultredde direkt in den Wald geleitet werden, damit es gar nicht erst in Richtung tiefer gelegener Sporthalle läuft. Im Zuge des geplanten Ausbaus der Schultredde, der sich laut Bürgermeister Christian Pundt unmittelbar an das Ende der Bauarbeiten an der Waldschule in den Herbstferien anschließen soll, sollte die Kapazität des Regenwasserkanals erhöht werden.

Mittelfristig, das machte der OOWV-Experte deutlich, müssen sämtliche befestigten Hof- und Dachflächen der Waldschule und Sporthalle vom Kanal abgeklemmt und an eigene Versickerungsanlagen angeschlossen werden.

Der OOWV arbeitet schon seit längerem an einem Generalentwässerungsplan für die Gemeinde Hatten.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten