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„Schach-Café“ in Döhlen Schnacken, Spielen und Schlehenlikör

Eingang zum Schach-Café in Döhlen. Besitzer Heinz Zitterich bat darum, nicht fotografiert zu werden.

Eingang zum Schach-Café in Döhlen. Besitzer Heinz Zitterich bat darum, nicht fotografiert zu werden.

Florian Fabozzi

Döhlen - Fährt man den Steinacker in Döhlen entlang, kann man es leicht übersehen, doch ist das „Schach-Café“ von Heinz Zitterich ein wahrer Geheimtipp: An einem Bauernhof fernab des Verkehrstrubels gelegen, ist das Café Treffpunkt von Stammtischen wie der Pferdefreunde, die sich hier immer am ersten Mittwoch des Monats versammeln. Dazu kommen Familien und Fahrradgruppen, die ihre Touren nach Döhlen verlegen, um bei Zitterich Rast zu machen. „Bis zu 80 Leute finden in den zwei Sälen Platz und können Kaffee und Kuchen genießen“, sagt der 76-Jährige.

Raum zum Schnacken

Seit 2003 besteht das Schach-Café und entstand aus einer Laune heraus. „In meinen Bekanntenkreis hatten alle einen Partyraum“, erklärt der einstige Landwirt, „da wollte ich nachziehen“. War es zunächst nur für private Zwecke wie Geburtstagsfeiern gedacht, kam ihm die Idee, sich Gruppen aus dem Landkreis zu öffnen. „Ich habe gerne Leute um mich herum, mit denen ich schnacken kann.“ Seit dem Tod seiner Frau betreibt Zitterich, der direkt nebenan wohnt, das Café alleine, im Jahr 2005 hat er die Landwirtschaft aufgegeben. „Ohne die Ablenkung durch das Café wäre ich vor Langeweile durchgedreht“, sagt er.

Der Name „Schach-Café“ ist auf eine der Attraktionen des Hauses zurückzuführen. Im Zuge der Eröffnung legte er sich ein Schachfiguren-Set für den Garten zu. „Dabei kann ich gar kein Schach spielen“, gesteht Zitterich. Aber die Figuren haben einen Schauwert und laden Gäste zum Spielen ein. Ergänzt wurde das Schachspiel durch ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielset, für das Zitterich im Garten farbige Markierungen angebracht hat. „Das wird hier oft gespielt“, so Zitterich.

Likör und Butterkuchen

Auch kulinarisch hat das Schachcafé einiges zu bieten. Die Spezialität des Hauses und ein wahrer „Renner“ sei der hausgemachte Schlehenlikör, den Zitterich mit selbst gepflanzten und gepflückten Schlehen zubereitet. „Viele kommen aber auch für den Butterkuchen hierher“, sagt Zitterich. Den Kuchen bekommt er von der Wardenburger Konditorin Sabine Dilz geliefert, doch gelegentlich wird er auch selbst gebacken. So fiebert Zitterich bereits dem großen Butterkuchenbacken am 4. September entgegen. Gemeinsam mit Bekannten, die ihn bei größeren Anlässen unterstützen, wird der Steinofen im Garten wieder in Schwung gebracht und Pavillone im Garten aufgebaut, in denen die Gäste bei gutem Wetter draußen essen können. „Die Besucher schätzen hier die Ruhe und das Vogelgezwitscher“, so Zitterich.

Mit Nachfrage zufrieden

Auch wenn es nicht jede Woche Besuch gebe, sei der 76-Jährige mit der Nachfrage zufrieden. „Es gibt einen festen Kern an Leuten hier, die mich kennen.“ Schilder an den anliegenden Landstraßen wie etwa an der Sager Straße sorgen dafür, dass man das Café findet. Lange möchte er das Café aber nicht mehr führen: „Vielleicht ein Jahr noch, dann hätte ich die 20 Jahre voll“, sagt er.

Sonntag öffnet das Schachcafé von 14 bis 18 Uhr für „Laufkundschaft“ seine Tore, für andere Tage kann man sich unter Tel. 04487/7124 anmelden.

Florian Fabozzi
Florian Fabozzi Digitalteam Wesermarsch
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