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Schaffermahl in Wildeshausen Erstes Schaffermahl in zweiter Heimat

Freuen sich, dass das Schaffermahl wieder stattfinden konnte: Bürgermeister Jens Kuraschinski (links) und Ehrengast Frank Imhoff.

Freuen sich, dass das Schaffermahl wieder stattfinden konnte: Bürgermeister Jens Kuraschinski (links) und Ehrengast Frank Imhoff.

Torsten von Reeken

Wildeshausen - „Wenn mich jemand fragen würde: Wo ist deine zweite Heimat? Dann würde ich immer sagen: Wildeshausen.“ Es war deutlich zu merken: Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft Frank Imhoff fühlt sich wohl in der Wittekindstadt – zumal seine Schwester hier lebt. Das betonte er am Donnerstag sowohl während des Wildeshauser Schaffermahls im historischen Rathaussaal als auch während der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt.

Premiere für den Bremer

Dass der Bremer der Ehrengast des traditionellen Heringsessens der Wildeshauser Schützengilde war, war kein Zufall: Ursprünglich war er 2020 zum Schaffermahl eingeladen – dem Jahr, in dem die Verleihung der Bremer Stadtrechte an Wildeshausen 750 Jahre zurücklag. Ein besonderes Ereignis, wie Bürgermeister Jens Kuraschinski in seiner Rede betonte: „Denn mit ihnen waren unter anderem das Münz- und Marktrecht sowie die Bremer Gerichtsbarkeit verbunden.“ Die Reden für das Schaffermahl im Jubiläumsjahr waren geschrieben, die Einladungen verschickt. „Doch uns alle holte die Corona-Pandemie ein“, erinnerte Kuraschinski. Nach einer Absage in 2020 folgte eine weitere in 2021. Fast sah es so aus, dass auch in diesem Jahr auf die Traditionsveranstaltung verzichtet werden müsste. Doch das Offizierskorps entschied sich kurzerhand um: Und so begrüßte der Bürgermeister 90 Gäste im Rathaus. Rund 50 Besucherinnen und Besucher weniger als sonst und Maskenpflicht bis zum Platz: Kuraschinski nannte die Veranstaltung ein „Schaffermahl light“.

Auch Imhoffs Heimatstadt Bremen hat bekannterweise ein Schaffermahl. Dennoch war es für den 53-Jährigen eine Premiere am Donnerstag: „Ich habe in Bremen noch nicht an einem Schaffermahl teilnehmen können.“ Auf das Heringsessen habe er sich „physisch und psychisch gut vorbereitet“: Der CDU-Politiker verstand es in seiner Rede, launige und ernste Themen abzuwechseln.

Ernste Themen

So erinnerte er daran, dass nicht nur die A1, sondern auch politische Probleme Wildeshausen und Bremen verbinden würden. Das Wildeshauser Rathaus ist immer noch nicht barrierefrei, betonte Imhoff. „In Bremen haben wir nicht nur keine barrierefreien Gebäude – sondern auch Verwaltungsgebäude, die nicht genehmigt sind.“

Aber auch die Spaltung der Gesellschaft, wie er es nannte, sprach er an. Sei es zum Thema Impfen, Flüchtlinge, Fleischkonsum oder der Umgang mit dem Wolf: Eine Demokratie zeichne sich dadurch aus, Meinungen zu äußern und sich zuzuhören, betonte er – auch mit Blick auf die derzeitige Situation in Russland und der Ukraine.

Papagoy im Landtag

Auf die Verbindung zwischen Frank Imhoff und Wildeshausen ging wiederum der Oberst der Schützengilde, Willi Meyer, ein: Der Bremer gehört der Gilde an – seit seinem 18. Lebensjahr. Er ist das 3338. Mitglied, wusste Meyer. Und mehrmals habe er versucht, Gildekönig zu werden. Er erinnerte zudem daran, dass das Schaffermahl 1610 in Wildehausen durch die „hohe Geistlichkeit“ untersagt wurde. Ende der 1970er-Jahre wurde es wieder eingeführt. „Entweder geht es heute gesitteter zu, oder die hohe Geistlichkeit hat keinen Einfluss mehr“, kommentierte der Oberst.

Auf eine weitere Bindung zur Gilde ging Imhoff noch ein: Gilde-Mitglied Ulrich Kramer fertigte dem Bremer einen Papagoy – der heute noch in seinem Büro im Landtag hängt.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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