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Schaffermahl in Wildeshausen Statt Bohlen oder Klum kommt Pundt – So war das traditionelle Heringsessen

Beim Schaffermahl: Bürgermeister Jens Kuraschinski (links) und Landrat Christian Pundt

Beim Schaffermahl: Bürgermeister Jens Kuraschinski (links) und Landrat Christian Pundt

Torsten von Reeken

Wildeshausen - „Ganz besonders lobenswert ist die Vielfalt in Wildeshausen. Und das meine ich ohne Unterton.“ Vielfältig ist auch die Rede von Dr. Christian Pundt gewesen: Der Landrat streifte unter anderem die Themen Lokalpolitik, Sanierung des Wildeshauser Freibads, Probleme in der Bundespolitik, die Hochwasser-Situation um den Jahreswechsel im Landkreis Oldenburg – und natürlich ging es auch um die Wildeshauser Schützengilde. Die hatte zusammen mit der Stadt erneut zum traditionellen Schaffermahl im historischen Rathaussaal eingeladen. Landrat Pundt hielt als Ehrengast zum Ende der Veranstaltung, nach Heringsessen und Tonpfeiferauchen, seine Rede. Eingeladen waren 115 Gäste.

Kinderschützenfest

„Offensichtlich hatten weder Dieter Bohlen noch Heidi Klum oder der Wildeshauser Wigald Boning Zeit“, witzelte Pundt. Denn für gewöhnlich würden doch „echte Promis oder sehr wichtige Persönlichkeiten“ Ehrengast des traditionellen Heringsessens sein, habe ihm jemand im Vorfeld gesagt. Deshalb erinnerte er mehrfach daran: Sein Name ist Christian Pundt, er ist verheiratet und Vater zweier Söhne – und jemand, der sich zum ersten Mal in ein Goldenes Buch eintrug, wie er vor Beginn des Schaffermahls im Trauzimmer erzählte.

Was die Stadt so vielfältig macht? Unter anderem die neun Fraktionen und ein fraktionsloser Abgeordneter im Stadtrat. „Wer da keine politische Heimat findet, dem kann meiner Meinung nach nicht mehr geholfen werden.“ Die Bürgerinnen und Bürger würden zudem die Vielfalt in der Stadt zeigen.

Der „unbedingte Wille“ nach Vielfalt zeige sich auch beim Thema Kinderschützenfest. Wie berichtet, setzen sich vier junge Frauen dafür ein, dass auch Mädchen mitschießen dürfen. Pundt sprach von „bahnbrechenden Veränderungen“. „Ich werde es mir mal anschauen, wie Fortschritt und Vielfalt hier zusammenfinden. Es bleibt spannend.“ Friedrich Ahlers hatte gegenüber unserer Redaktion zu dem Thema mitgeteilt, dass sich die Gilde mit dem Antrag noch beschäftigen werde – nur nicht jetzt, da andere Dinge bewerkstelligt werden müssten.

Seit Ende Februar steht fest, dass Ahlers der neue Oberst wird, und damit Willi Meyer ablöst, der das Amt acht Jahr innegehabt hatte. „Kam für ihn auch überraschend“, so Pundt, „wird aber der Wildeshauser Vielfalt wieder mal gerecht. Da wechseln die Köpfe halt mal schnell.“ Die Gilde sei mit Friedrich Ahlers weiterhin in sehr guten Händen.

Ahlers, bis Ende 2023 Plattdeutschbeauftragter der Stadt, hielt seine erste Rede als designierter Oberst entsprechend „up Platt“. Meyer habe die Schützengilde „im allerbesten Zustand hinterlassen – darauf komme es an“. Sein Stab und er hätten sich in den vergangenen Wochen Gedanken gemacht, wie man die Gilde besser aufstellen könnte. Das Ergebnis sorgte für reichlich Lacher: Die „Gilde KI“ (Künstliche Intelligenz) solle zum Einsatz kommen.

Grenzen bewachen

„Die Wachkompanie wird demnächst noch mehr die Außengrenzen von Wildeshausen bewachen.“ Störenfriede sollen so ferngehalten werden. Königs- und Ratskompanie würden fortan darauf achten, was mitten in der Stadt passiert, „damit das Leben ordentlich verläuft“. Von der Hunte aus könnte die Kompanie Cornauer Tor das Gebiet bis Colnrade bewachen. Dass von Harpstedter Seite keine „blauen Dragoner und rote Husaren“ auf Wildeshauser Gebiet kommen, dafür sorgt die Kompanie Huntetor auf dem Himmelsthürgelände. Für die Landgemeinden und das Industriegebiet Wildeshausen-West – bei dem es „seit Jahren und Tagen nicht so recht weitergeht“ – sei die Kompanie Westertor zuständig. Der Landrat und die Abteilungsleiter seien dazu eingeladen, an der Weiterbildung der Gilde KI teilzunehmen.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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