Wildeshausen - Erst nahmen sie ein Zeugnis entgegen für schulische Leistungen, dann legten sie ein Zeugnis ab für die demokratische Gesellschaft: Rund 1500 Schülerinnen und Schüler demonstrierten am Mittwochvormittag vor dem Gymnasium Wildeshausen kurz, aber klar gegen Hass und Hetze, für Vielfalt und Menschenwürde. Neben einem Großteil der rund 1000 Gymnasiasten waren auch viele Kinder und Jugendliche aus der nahen Realschule zu der kurzfristig angesetzten Aktion gekommen.
„Deutschlandweit gehen die Menschen zurzeit auf die Straßen, deshalb wollten auch wir ein Zeichen setzen“, erklärte Schülersprecher Steffen Henkensiefken. Der Impuls zu der Veranstaltung sei aus dem Lehrerkollegium gekommen, die Schülerinnen und Schüler hätten ihn dann umgesetzt. Die Demokratie sei „unser höchstes Gut“, sagte der 18-Jährige, sie brauche aber auch besonderen Schutz.
In einer kurzen Ansprache rief Henkensiefken dazu auf, rechtsextremen Äußerungen und Gesinnungen deutlich entgegenzutreten. Die vom Grundgesetz verbürgte Würde des Menschen gelte für alle Menschen. Mit Blick auf die bevorstehenden Europawahlen, bei der auch 16-Jährige schon wählen dürfen, ermunterte der Schülersprecher die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, mit ihrer Stimme die demokratischen Kräfte zu stärken – „aber entscheidend ist Euer Handeln im Alltag“, betonte er.
„Das war ein Signal von den Schülern für die Schüler“, freute sich Andreas Langen, Direktor des Gymnasiums, über die Aktion, an der unter anderem auch Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski teilnahm. „Beeindruckend“ fand Langen insbesondere, dass alle Jahrgänge der Schule an der Demonstration beteiligt waren, auch mit der Erstellung von Schildern und Transparenten. „Hier wurde für etwas demonstriert“, sagte der Schulleiter, „nämlich für die Demokratie!“
