Nach 59 Jahren ist es gar nicht so leicht, sich überhaupt wieder zu erkennen – das merkten auch die 19 ehemaligen Schüler der Landwirtschaftsschule Delmenhorst bei ihrem Treffen im Heimatmuseum Schlutter. „Einige mussten sich erst einmal einander vorstellen, so lange ist das her“, erzählte Rudolf Vosteen, Betreiber des Heimatmuseums Schlutter, der das Treffen zusammen mit Heinz Schröder organisiert hatte. Von 1955 bis 1957 besuchten die damals noch 34 angehenden Landwirte die Schule – allerdings nur im Winter. Im Sommer arbeiteten sie auf den Höfen.

Aber nicht jeden hielt es in der Landwirtschaft: „Viele waren nach der Ausbildung auf kleineren Höfen, die sich nicht mehr lange gehalten haben. Die mussten dann andere Richtungen einschlagen“, sagte Schröder. Er selbst habe in Delmenhorst einige Zeit im Schlachthof gearbeitet und sei schließlich ins Ordnungsamt gewechselt.

Zuletzt trafen sich die Ehemaligen 2005 im Hotel Backenköhler in Stenum. Insgesamt war es in Schlutter ihre dritte Zusammenkunft. Bei Kaffee und Kuchen wurde in Erinnerungen an die Schulzeit geschwelgt. „Nach so langer Zeit gibt es natürlich so einiges zu bereden“, sagte Rudolf Vosteen.

Viel geredet wurde am Dienstagmorgen auch in der Aula des Gymnasiums Ganderkesee – überwiegend auf Französisch: Das Knirps-Theater aus Bad Ems führte sein Stück „Nain, deux, trois . . .“ auf. Mindestens ein Jahr Französisch-Unterricht war die Voraussetzung, um den Dialogen der Darsteller Astrid Sacher und Frédéric Camus folgen zu können. Das Schauspieler-Duo inszenierte eine Tour de France von Korsika über Marseille nach Besancon, in deren Verlauf die Schülerinnen und Schüler eine Menge über französische Geschichte und Kultur erfuhren, aber auch mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen des Nachbarlandes konfrontiert wurden.