Hude/Wüsting - Die Planung des elf Millionen Euro schweren Neubaus der Grundschule Wüsting ist einen Schritt vorangekommen: Im Ausschuss für Schule, Bildung und Kultur haben sich alle Fraktionen am Montagabend mehrheitlich für eine Variante eines vorläufigen Bauentwurfs des beauftragten Architekturbüros „MRO-Partnerschaft“ ausgesprochen. Dass dieser Entwurf ein Schulgebäude vorsieht, bei dem sich alle Klassenzimmer ebenerdig in unmittelbarer Nähe zueinander befinden, hat sowohl Schulleiterin Sabine Tretner als auch Gemeindeverwaltung und Ausschussmitglieder überzeugt.
Variante 2 setzt sich durch
Vorgestellt hatte Ann-Kristin Krogmann, Mitarbeiterin bei „MRO-Partnerschaft“, die mit ihrem Kollegen Garrit Uebelacker vor Ort war, zwei Varianten eines Bauentwurfs. So sah die erste Variante zunächst vor, dass sich die künftigen Klassenzimmer auf zwei Ebenen im hinteren Bereich der Schule befinden. Im Erdgeschoss hatten die Architekten zudem einen großen Bewegungsraum direkt am Eingang der Schule platziert, hinter dem sie den Ganztags-Betreuungsraum angeordnet hatten – ein direkter Zugang zur Aula war dabei nicht vorgesehen.
Dass Bewegungsraum und Betreuungsraum direkt nebeneinander angereiht waren, sah Tretner als wenig sinnvoll an. „In diesen Räumen herrschen ganz unterschiedliche Lautstärken“, sagte sie. Im Bewegungsraum sei es immer lauter, da sich die Kinder dort austoben. Die ruhige Stimmung, die im Betreuungsraum herrscht, könne dadurch gestört sein, erklärte sie.
Pädagogisches Konzept erfüllt
Eine andere Meinung hatte sie jedoch zur zweiten Variante, die sich letztlich auch durchgesetzt hat. Diese Variante erfülle das pädagogische Konzept der Schule – die Grundschüler sollen kurze Wege haben –, in dem es alle Klassenzimmer ebenerdig vorsieht. Auch bei dieser Variante haben die Architekten den Bewegungsraum direkt im Eingangsbereich platziert. Aber – und das ist der Unterschied – an ihm grenzt nun nicht mehr der Ganztags-Betreuungsraum an. Denn diesen haben die Architekten in die Mitte des Erdgeschosses hinter die Aula mit direktem Zugang zu ihr platziert. „Das finden wir einfach toll“, sagte Tretner. Denn so könne die Ganztagsbetreuung problemlos auf die Räumlichkeiten der Aula ausgeweitet werden. Für die Schulleiterin ein deutlicher Pluspunkt.
Grüne nicht ganz überzeugt
Auch innerhalb der Fraktionen ist die zweite Variante auf großen Zuspruch gestoßen. Wilfried Siems, Ratsherr der CDU, hob beispielsweise hervor, dass er es als sinnvoll erachtete, dass im vorläufigen Entwurf separate Garderobenräume vor den Klassenzimmern angeordnet seien.
Auch Dieter Holsten (Freie Wähler) zeigte sich überzeugt. „Manchmal lohnt es sich, eine Ehrenrunde zu drehen“, sagte er und spielte darauf an, dass bereits diverse Entwürfe diskutiert worden waren, bis die aktuelle Variante 2 überzeugte.
Aber auch Kritik wurde geäußert. Denn laut Kirsten Neuhaus und Sarah Czychowski von den Grünen ist die Variante 1 aufgrund der geringeren Fläche, die das Gebäude einnehmen würde, energieeffizienter als die Variante 2 und somit überzeugender. Denn für Czychowski steht fest, dass im Bauvorhaben die Erlangung des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) ein Ziel sein sollte.
Doch auch wenn die Planung mit der Einigung auf die Variante 2 weitergekommen ist, gilt es nun im nächsten Schritt unter anderem zu klären, welche Materialien für den Bau verwendet werden, wie der Bau nachhaltig und energieeffizient gestaltet und wie der Brandschutz umgesetzt werden könnte. Dafür werden sich nun die Architekten mit entsprechenden Fachplanern zusammensetzen.
