Ganderkesee - Sommer, Sonne, Ferienzeit – so ganz klappt das in der Gemeinde nicht: Die letzten schulfreien Tage werden von kräftigen Regenschauern begleitet. Zwischendurch lockerte es sich aber immerhin noch so weit auf, dass die Besucher der Ganderkeseer Rathausstraße sich gerne mit einigen Kugeln Eis ausrüsten. Mit Stiften und Heften dagegen müssen sich spätestens jetzt die rund 300 Mädchen und Jungen ausrüsten, die in dieser Woche in Ganderkesee ihre Schulzeit beginnen.
Und auch eine Schutzmaske wird in der Schultüte Platz finden müssen, denn den Weg zur Toilette oder zum Pausenhof treten Grundschüler bis auf Weiteres maskiert an. Hinter den Türen der Ganderkeseer Schulen herrscht derweil auch schon reger Betrieb, um die großen und kleinen Abläufe in der Pandemie zu planen.
Faschingsprinzessin braucht noch farbige Hefter
Die Schülerin Zoé Struck, der Lehrer Patrick Meyer und die Ladeninhaber Susanne Piero („Tüdelkrams“) sowie Jens Stöber („Stöber Bürobedarf“) erzählen, wie sie den letzten offiziellen Ferientag in Ganderkesee erleben. So bereitet sich die amtierende Faschingsprinzessin Zoé I. Struck auch schon auf die Schule vor, genießt trotzdem aber ihren letzten freien Tag – sogar einen mehr, weil die Oberschule Ganderkesee, die sie jetzt im fünften Jahrgang besuchen wird, sie erst am Freitag erwartet. „Zum Glück!“, findet Zoé. In den Ferien war sie mit ihrer Mutter viel unterwegs, besuchte mit einer Freundin den Ort Greetsiel und zeltete am näher gelegenen Falkensteinsee. Bevor der Schulalltag kommt, will sie jetzt noch mit Freundinnen Eis essen gehen. „Und im Garten haben wir auch noch einen Pool und eine Hollywoodschaukel“, überlegt Zoé – das Wetter wird hier bei der Entscheidung helfen. Ein paar Kleinigkeiten fehlen allerdings noch im Schulranzen, darunter Hefte in den passenden Farben für die Fächer Biologie und Chemie.
Ansturm im Schreibwarenladen bleibt aus
Diese gibt es im unter anderem im Schreibwarenladen von Jens Stöber.„Jetzt werden vor allem noch Schnellhefter gekauft“, bestätigt er. Dazu warten noch einige fertig gepackte Tüten mit Schulmaterialien auf Abholer – ein Service, der im Ort schon lange angeboten wird. „Das haben wir noch vom Vorgänger übernommen“, sagte Stöber. Seiner Erfahrung nach brauchen vor allem Schüler der ersten und fünften Klassen mehr Ausrüstung, weil sie jeweils einen Schulabschnitt neu beginnen. Für die Jahrgänge aller Ganderkeseer Schulen liegen die benötigten Hefte und Bücher aber griffbereit in seinen Regalen. Einen Ansturm von Eltern und Schülern bleibt jedoch aus: „Das war sonst schon voller bei uns, in diesem Jahr verläuft es sich etwas mehr“, beobachtet Stöber.
Grundschullehrer muss den Klassenraum einrichten
Laufen muss vor dem Schulbeginn auch Grundschullehrer Patrick Meyer. „Ich habe meine erste eigene Klasse“, freut er sich, „aber dadurch auch etwas mehr Arbeit als Kollegen, die schon länger dabei sind.“ Neben Dienstbesprechungen, wo die Einschulung auf dem Plan steht, muss er jetzt auch den Klassenraum für die Erstklässler vorbereiten. „Für mich selbst bin ich gut ausgestattet, für den Klassenraum könnte man mich aber heute und morgen noch rumflitzen sehen“, erklärte er. Aufgeregt sei er aber nicht. „Aber ich freue mich schon, weil eine eigene Klasse was anderes ist, als wenn man nur zeitweise eingesetzt wird.“Zeit fürs Fußballtraining beim VfL Wildeshausen bleibt aber trotzdem noch.
Schultüten dieses Jahr oft mit Dinos und Drachen
Trainiert im Basteln ist auch Susanne Piero, Inhaberin des Bastelladens „Tüdelkrams“. Dort warten nämlich noch einige Schultüten auf ihre Besitzer. Jedes Exemplar ist ein handgemachtes Unikat: „Drei Stunden sitzt man da schon mal dran“, weiß Piero, „aber die Details sind auch handgemalt, da ist nichts ausgedruckt.“ Rund 25 solche Tüten wurden, wie auch in den Vorjahren, bestellt. Aber auch bei dieser Form von Geschenken gibt es Trends, wie Susanne Piero beobachtet – während Prinzessinnen und Einhörner für Mädchen immer gut gehen, waren dieses Jahr bei Jungs statt Fußball eher Drachen und Dinosaurier gefragt. Und was wird sonst noch kurz vor Ferienende gekauft? „Grußkarten und kleine Schultüten für die Geschwister.“
