Seit zehn Wochen treffen sich in der Gemeinde Hatten lebende, ausländische Frauen im Hallenbad Sandkrug zu einem besonderen Schwimmkurs. Trainiert werden sie durch Margot Siemers und Corinna Hullmann-Willers. Am kommenden Freitag ist vorerst Schluss.

Die Initiatorin der Freitagsgruppe in der Ev. Kirche Sandkrug, Mahvash Gharib Docheghaei, hilft insbesondere den verschleierten, muslimischen Frauen, Berührungsängste zu überwinden. Die Frauen hätten gute Fortschritte beim Erwerb verschiedener Schwimmstile gemacht, freut sie sich. Ihr besonderer Dank gilt der Organisatorin Margot Siemers, die auch die Finanzierung des Kurses ermöglichte. Die Gruppe hofft auf eine Fortsetzung in naher Zukunft. „Denn für manche Frauen ist es die einzige Chance, im Einklang mit ihrem religiösen Glauben schwimmen zu gehen“, so Mahvash Gharib Docheghaei.

Haben Afrikaner die Musik nun im Blut – oder ist das schon Rassismus? Mit dieser und anderen Fragen beschäftigte sich eine ganze Reihe Schüler der Graf-Anton-Günther-Schule in einer politischen Nacht. Darunter waren auch fast alle der jungen Flüchtlinge, die zur Zeit am Landkreis-Gymnasium unterrichtet werden.

In Kooperation mit dem Verein „Aktion Courage“ wurden zunächst Seminarblöcke veranstaltet. Darin ging es etwa um ein „Rassismusbarometer“ und die Darstellung von Ausländern in Filmen. Später beschäftigte die Schüler die Unterscheidung von Patriotismus und Fundamentalismus. Gegen Ende wurde der Film „Die Welle“ geschaut und dessen Wirkung besprochen. Die verantwortlichen Lehrer, Kerstin Strack und Michael Weyh, freuten sich vor allem darüber, dass die Flüchtlinge zum einen ganz selbstverständlich dabei waren und zum anderen auch dabei sein wollten.