Dötlingen - Das Haus von Gregor Kulbach liegt in Dötlingen auf einem Hügel, direkt nebenan wohnt Lutz Lindemann von der Motorsportgemeinschaft (MSG) Hunte-Delme: Dass der Dötlinger eines Tages am Seifenkistenrennen der MSG teilnimmt, dürfte also nur eine Frage der Zeit gewesen sein – zumal der heimische Hügel als gute Übungsstrecke dient.
Für Rennen hervorgeholt
Durch die coronabedingten Pausen stand die Seifenkiste drei Jahre still. Für das Rennen am 3. September wird sie wieder hervorgeholt – aber nicht Kulbach wird darin Platz nehmen, sondern Sofia (10), Anastasia (8) und Antem (7). Die drei ukrainischen Kinder leben seit Mai mit ihrer Familie im Obergeschoss des Hauses der Familie Kulbach. Wie sie sich verständigen? „Mit Google-Translator“, sagt Gregor Kulbach. Die Testfahrten in der Seifenkiste funktionieren aber auch ohne Worte – dafür aber mit Händen und Füßen. Der Lenkradius des Gefährts ist groß, erklärt Kulbach, die Geschwindigkeit nicht ohne: Ehe man sich versieht, befindet man sich im benachbarten Garten von Lutz Lindemann.
Das Seifenkistenrennen der MSG Hunte-Delme wird am Sonntag, 3. September, in der Nähe des „Dötlinger Hofs“ am Dorfring ausgerichtet. Der Start des ersten Fahrzeugs wird circa um 14 Uhr sein. Anmeldungen können noch bis zehn Minuten vor dem Start abgegeben werden. Jedes Fahrzeug kann insgesamt bis zu dreimal starten.
Ein Bobby-Car-Rennen ist für etwa 15 Uhr geplant. In beiden Fällen starten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Altersklassen: sechs bis zehn, elf bis 16 und über 16 Jahre. Weitere Informationen können per E-Mail erfragt werden an info@MSG-Hunte-Delme.de oder im Internet nachgelesen werden unter
„Ich habe die Bremse in Ordnung gebracht. Außerdem darf das Vorderrad nicht flattern“, erklärt der Dötlinger. Es ist die zweite Seifenkiste, die er bisher gebaut hat. Als sein heute 16-jähriger Sohn Joris acht Jahre alt war, schätzt Kulbach, fragte ihn Nachbar Lutz, ob er nicht mal eine Seifenkiste bauen möchte. „Nee, das habe ich noch nie gemacht“, antwortete Kulbach. „Aber mein Sohn war Feuer und Flamme, er hatte ganz viele Ideen.“ Also machte sich der Papa ans Basteln: Ein ausgedientes Kinderrad von Joris war die Grundlage, hinzu kamen Fahrradteile vom Schrottplatz. Das Gehäuse schraubte er aus dicken Holzplatten zusammen. „Die Profi-Seifenkisten haben einen Eisenträger drin, die wiegen dann 90 Kilo“, weiß Kulbach.
Ein Helm bei der Fahrt ist selbstverständlich. „Mein Sohn ist beim Probefahren einmal umgefallen“, erinnert er sich. Daraufhin befestigte er aus Sicherheitsgründen ein Überrollbügel an der Kiste. „Sieht dann halt nicht mehr so elegant aus.“
Mehrere Pokale
Da die erste Fahrt beim Rennen mehrere Jahre zurückliegt, holen Gregor und Joris Kulbach ihre Pokale hervor, um sich zu erinnern: Die älteste Trophäe ist von 2015. Pokale aus den Jahren 2016, ’17 und ’18 stehen daneben. Beide traten jeweils in ihrer Altersklasse an – mit derselben Seifenkiste: Bis zu dreimal darf in der gleichen Kiste gefahren werden. „Wenn ich die Seifenkiste schon baue, will ich auch meinen Spaß damit haben“, sagt Gregor Kulbach und lacht. In diesem Jahr treten Vater und Sohn nicht an. Bei ihnen bleibt es wohl erst mal bei der Probefahrt: am liebsten Richtung Ortsausgang, auf einer Strecke von gut 500 Metern. „Das macht am meisten Spaß.“
